Springe zum Inhalt

Montessori – Überblick zu einem reformpädagogischen Ansatz

Unter Einbringung von Sinnesmaterialien und in Kombination mit medizinischen Erkenntnissen entwickelte Maria Montessori eine reformpädagogische Methode, die Kinder zu einem selbstständigem Forscherdrang animieren und bei dem den Erwachsenen eher eine störende Rolle bei diesem Lernprozess zugeschrieben wird.

Zur Person Maria Montessori

Als Maria Montessori am 31. August 1870 in Chiaravalle, Italien in eine gläubige gebildete Familie geboren wurde, hätte wahrscheinlich niemand gedacht, dass sie die Pädagogik revolutionieren würde. Schon im Kindesalter entwickelte sie eine kritische Haltung gegenüber den damals herrschenden Lehrmethode in der Schule – und wurde dadurch später eine der bekanntesten Reformpädagogen der Welt.

Maria Montessori war die erste Frau Italiens, welche an einer Hochschule im Fach Medizin promovierte – und sich somit gegen den Widerstand ihres Vaters durchsetzte. Nach dem Studium begann sie ihre Tätigkeit als Assistenzärztin in der kinderpsychologischen Abteilung einer römischen Universitätskinderklinik. Vor allem war sie tief bewegt von den nur notdürftig versorgten, geistig behinderten Kinder und las die wichtigsten Werke der Erziehungstheorie der letzten zweihundert Jahre von Autoren wie Jakob Rodrigues Perrera, Jean-Jaques Rousseau und Friedrich Fröbel.

All ihrer Erfahrungen brachten sie zu der Überzeugung, dass es spezielle Schulen für psychisch geschädigte und geistig zurückgebliebene Kinder geben müsse. Ihre Ideen trug Sie an Ihre Leser- und Hörerschaft durch Fachartikel in Magazinen und Reden, die sie unter anderem auf einem nationalen Pädagogikkongress vor 3000 Teilnehmern gab. Sie wies immer wieder darauf hin, dass geistig zurückgebliebene Kinder nicht unfähig waren zu lernen, „sondern nur unfähig, den üblichen Erziehungsmethoden zu folgen“. Zudem empfahl sie spezielle Bildungskurse für Lehrer zur Erziehung von geistig Zurückgebliebenen. Unermüdlich arbeitete Sie, teilweise hatte sie 4 Arbeitsplätze gleichzeitig, während sie nebenbei ihre Forschungsarbeiten fortführte, die sie für Ihre Dissertation begonnen hatte.

Ihre Konzepte konnte Sie vor allem an der Nationalen Liga für Erziehung behinderter Kinder umsetzten, an der Sie die Leitung übernahm. Hier wurden Lehrer ausgebildet und Kinder betreut – auch persönlich von Maria Montessori. In dieser Zeit hatte sie die Möglichkeit zuvor Erlerntes direkt an den Kindern auszuprobieren, dabei machte sie sich Notizen und veränderte darauf basierend die Materialien, die sie von dem französischen Arzt, Pädagogen und Begründer der Geistigbehindertenpädagogik Séguin kannte. Sie beobachtete, analysierte und reagierte intuitiv auf das Verhalten und die Reaktionen der Kinder mit wissenschaftlicher Genauigkeit und starker Empathie und konnte so Materialien für lernendes Handeln erfinden und perfektionieren – der Ursprung des Montessori-Materials.

„Hilf mir es selbst zu tun“ – das Kind als  „Baumeister seines Selbst“

Das Sinnesmaterial

Wie der Name schon verspricht, geht es bei den Sinnesmaterialen der Montessori Pädagogik vor allem darum, das Lernen und die Entwicklung intelligenter Strukturen sowie die Herausbildung von Selbstwertgefühl durch die handelnde Betätigung der Sinne zu fördern. Ein Kind ab 2 Jahren nimmt diese Beschäftigung an und entwickelt dadurch Motorik, die Koordination der Bewegung und die Bildung von Ordnungsstrukturen.

Die braune Treppe

Bei der braunen Treppe werden zehn 20 cm lange braune Quader verschiedener Dicke auf einem Untergrund durcheinander gebracht und von einer erwachsenen Person in der richtigen Reihenfolge – nämlich von dick nach dünn- vor sich hingelegt. Dadurch entsteht ein treppenähnliches Gebilde, welches von dem Kind daraufhin nachgebaut werden soll.

Der rosa Turm

Der rosa Turm vermittelt Verhältnisse zwischen Größe und Gewicht, erfordert dabei Geschick und schult die Motorik. Die zehn rosa Würfel aus massivem Holz mit Kantenlängen von 10 bis 1 Zentimetern müssen von dem Kind ab 2 ½ Jahren so in die richtige Reihenfolge gebracht werden, dass ein, sich nach oben gleichmäßig verjüngender Turm entsteht. Es ist wichtig, dass das Kind den Zusammenhang zwischen variierender Größe und Gewicht des Würfels mit seinen eigenen Händen „begreifen“ kann.

Der binomische Würfel

Neben dem Erlernen der dritten Dimension, dient der binomische Würfel aus dem Montessori Sortiment auch als Vorstufe der Algebra und ist besonders geeignet für Kinder mit Dyskalkulie (Rechenschwäche oder Arithmasthenie). Der Würfel, bestehend aus Würfeln und rechteckigen Quadern in Rot und Blau, welche den einzelnen Elementen der binomischen Formel entsprechen, wird von einem Erwachsenen schichtweise abgebaut und  nach einem bestimmten Schema nach Farben geordnet. Kinder ab 3 ½ Jahren lieben dieses dreidimensionale Puzzle und entwickeln dadurch mathematische Strukturen.

Die acht Sinne

Maria Montessori hat Ihre pädagogischen Materialien nach den Bedürfnissen der acht Sinne eines Kindes entwickelt:

1. Gehörsinn 

Die Geräuschdosen und Glocken aus dem Montessori-Sortiment vermitteln dem Kind ab 3 Jahren auf spielerische Weise die Unterschiede zwischen Geräuschen.

2. Geschmackssinn

Durch die Geschmacksfläschchen lernt das Kind zwischen bitter, süß, sauer und salzig zu unterscheiden.

3. Geruchssinn

Die Geruchsdosen und Geruchsgläser enthalten paarweise typisch riechende Substanzen wie Lavendel, Zitronenöl und Kaffee. Die zusammengehörigen Paare müssen von dem Kind ab 3 ½ „errochen“ werden.

4. Gesichtssinn

Dazu gehört auch der Farbsinn, der beispielsweise durch die Farbtäfelchen gefördert wird.

5. Tastsinn

Der Tastsinn eines Kindes kann durch die Tasttäfelchen, dem Kasten mit Stoffen, und den Tastbrettern geschult werden.

6. Wärmesinn

Durch die Wärmfläschchen und die Wärmeplättchen werden dem Kind thermische Unterschiede vermittelt.

7. Gewichtssinn

Das Erkennen von unterschiedlichen Gewichten wird durch die barischen Brettchen gefördert.

8. Muskelsinn, beziehungsweise Muskelgedächtnis oder stereognostischer Sinn

geometrische kommode

Dieser Sinn wird durch die geometrischen Körper, die geometrische Kommode, den geheimnisvollen Beutel und das Samentablett gefördert.

Weitere Informationen zu dem Montessori Konzept finden Sie in unserem Onlineshop Spielundlern.de. Schauen Sie doch mal vorbei!


Quellen:

Helga Biebricher, Horst Speichert „Montessori für Eltern“, Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH 1999

http://de.wikipedia.org/wiki/Montessoripädagogik

http://www.meinhard.privat.t-online.de/frauen/montessori.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Montessori

Merken

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Die Datenschutzbestimmungen habe ich zur Kenntnis genommen.