Spiel des Monats: Wisch-Boing-Pow-Spiel

Eine Gruppe von Kindern spielt aktiv ein Spiel in einem Klassenzimmer. Die fröhlichen Gesichter und die dynamischen Bewegungen zeigen, wie viel Spaß sie dabei haben. Das Bild vermittelt eine lebendige AtmosphĂ€re des Miteinanders und der Freude am Spiel.
Lesedauer 3 Minuten

Aktualisiert am 19. September 2026

Thema: Wisch-Boing-Pow – Das Reaktionsgewitter im Kreis

Zielgruppe: SchĂŒlerinnen und SchĂŒler ab Klasse 1 (Grundschule und Sekundarstufe I)

Material: Kein Material erforderlich (optional: Kreppband zur Kreisbegrenzung)

Schaffen Sie in der Mitte des Klassenzimmers ausreichend FreiflĂ€che, indem StĂŒhle und Tische an den Rand gerĂŒckt werden. Alle SchĂŒlerinnen und SchĂŒler stellen sich mit ausreichend Abstand so in einem geschlossenen Stehkreis auf, dass jeder freie Sicht auf alle anderen Gruppenmitglieder hat. Alternativ kann die Gruppe auch in einem Stuhlkreis Platz nehmen.

Das Spiel trainiert die Handlungskontrolle, das Behalten mehrteiliger AblÀufe und die geistige UmschaltfÀhigkeit durch ein dynamisches Wechselspiel von Körpersignalen und Rufen:

Das Grundprinzip: Ein Bewegungssignal wandert kontinuierlich durch die Runde. Jedes Kind muss blitzschnell entscheiden, ob es das Signal weiterleitet, reflektiert oder quer durch den Raum schleudert.

Der Weiterleiter („Wisch“): Ein Kind startet, wischt mit einer flachen Hand horizontal in Richtung seines direkten Nachbarn und ruft hörbar „Wisch“. Das Signal wandert im Uhrzeigersinn von Kind zu Kind.

Das Schutzschild („Boing“): Möchte ein Kind den Lauf umkehren, kreuzt es blitzschnell beide Unterarme vor dem Oberkörper und ruft laut „Boing“. Das Signal prallt ab und wandert nun gegen den Uhrzeigersinn zum vorherigen Kind zurĂŒck.

Der Querstrahl („Pow“): Ein Kind formt mit beiden gestreckten Armen eine Zieloptik nach vorn, fixiert ein beliebiges Kind auf der gegenĂŒberliegenden Kreisseite mit festem Blickkontakt und ruft scharf „Pow“. Das fokussierte Kind muss den Impuls umgehend annehmen und selbst neu weiterspielen.

Das Spielfluss-Prinzip: Verhaspelt sich jemand, reagiert zu frĂŒh oder wĂ€hlt eine unpassende Aktion, wird nicht ausgeschieden. Ein kurzes kollektives Lachen ist erlaubt, und das betroffene Kind startet sofort eine frische Runde.

  • Inselstopp („Honolulu“): Ruft die Spielleitung mitten im Ballwechsel „Honolulu“, tauchen alle augenblicklich in die Hocke ab und verharren stumm, bis das Startkommando ertönt.
  • Sprungstart („Hipp-Hipp-Hurra“): FĂ€llt das Signal „Hipp-Hipp“, springt die gesamte Klasse mit einem lauten „Hurra!“ in die Kreismitte und formiert sich blitzartig wieder neu.
  • FlĂŒster-Modus: Alle Aktionen werden gerĂ€uschlos ausgefĂŒhrt – die Rufe entfallen komplett, der gesamte Fokus liegt auf Mimik, HandfĂŒhrung und intensivem Blickkontakt.
  • DoppellĂ€ufer: Zwei Signale werden zeitgleich an gegenĂŒberliegenden Kreisseiten losgeschickt. Treffen sich zwei Signale bei einem Kind, ist höchste Konzentration gefragt.
  • Tempowechsel: Nach jedem dritten Pass schaltet die Klasse vom normalen Tempo in absolute Zeitlupe – alle Gesten und Laute werden stark verlangsamt zelebriert.
  • Tierlaute-Variante: Die Kommandos werden durch Tieraktionen ersetzt (z. B. „Fauch“ fĂŒr Weitergabe, „Schnapp“ fĂŒr Abprall, „Uhu“ fĂŒr den QuerschlĂ€ger).
  • Der Bodengruß: Beim Auslösen von „Boing“ springt das Kind nicht nur rĂŒckwĂ€rts ab, sondern tippt vorher blitzschnell mit einer Hand auf den Fußboden.
  • Richtungsverwechsler: Das Signal „Wisch“ darf nur noch mit der jeweils kreisĂ€ußeren Hand ausgefĂŒhrt werden, was die Koordination der KörperhĂ€lften fordert.
  • Seitenblick: Der QuerschlĂ€ger („Pow“) darf nicht direkt angeschaut werden; das Kind muss aus dem Augenwinkel zielen, um die Gruppe zu ĂŒberraschen.
  • Spiegel-Runde: Das Kind, das das Signal erhĂ€lt, muss vor der eigenen Weitergabe die Geste des Absenders spiegelbildlich nachahmen.
  • Selbstbeobachtung: „Wie schwer fiel es dir, deine HĂ€nde ruhig zu halten, wĂ€hrend das Signal noch gar nicht bei dir war?“
  • Konzentrationsanker: „Was hat dir geholfen, genau im richtigen Moment hellwach zu sein, wenn plötzlich ein Querstrahl auf dich gerichtet war?“
  • Lerntransfer: „In welchen Momenten unseres Schultags brauchst du diese FĂ€higkeit, einen ersten Impuls erst einmal zurĂŒckzuhalten?“
Braindumping - SpielundLern-Blog

PĂ€dagogische Tipps

Das Zusammenspiel aus motorischer Handlungshemmung und sofortiger Reaktionsbereitschaft beansprucht die exekutiven Funktionen der Kinder intensiv:

Voreilige Spontanbewegungen mĂŒssen aktiv gestoppt werden, wĂ€hrend das Regelwerk parat gehalten wird.

Nutzen Sie diese Einheit besonders als belebende Bewegungspause zwischen anstrengenden Arbeitsphasen oder zur Neuzentrierung unruhiger KlassenverbÀnde.

Achten Sie im Unterricht konsequent darauf, keine Ausscheidungsregeln zuzulassen: Nur wenn Fehler als normale Begleiterscheinung schnellen Handelns erlebt werden, bleibt die Beteiligung aller Kinder – insbesondere jener mit schwĂ€cherer Aufmerksamkeitsspanne – bis zur letzten Sekunde hoch.

Dieses Kreisspiel dient als ideales kognitives Aktivierungs- und Regulationswerkzeug im Schulalltag.

Lesen Sie mehr ĂŒber die Förderung exekutiver Funktionen:

Ideen zur gezielten Förderung exekutiver Funktionen in der Grundschule

  • Bebilderung und Text: SpielundLern mit UnterstĂŒtzung der KI

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Die Datenschutzbestimmungen habe ich zur Kenntnis genommen.