Spiel des Monats: Der Turmbaumeister – für alle Therapeuten

Ein Junge baut begeistert einen bunten Turm aus Bauklötzen, während eine Betreuerin ihm dabei hilft und farbige Karten in der Hand hält. Im Hintergrund sind weitere Kinder und Spielgeräte in einem freundlichen Raum zu sehen, der für therapeutische Aktivitäten gestaltet ist.

Thema: Ein modulares Spiel für Stabilität, Koordination und Sprache

Zielgruppe: Patienten in der Ergotherapie, Physiotherapie oder Logopädie (Kinder & Erwachsene)

Material: Stapelsteine (oder Holzbausteine/Becher), eine weiche Unterlage (Matte oder Balance-Pad), Aktionskarten (selbst erstellt)

In der Mitte des Raums steht eine „Baustelle“ (ein kleiner Tisch oder eine markierte Stelle auf dem Boden). Die Bausteine liegen im Raum verteilt (die Distanz bestimmt den Schwierigkeitsgrad). Der Patient startet an einem festgelegten Startpunkt.

Das Grundprinzip: Der Patient muss Baumaterial zur Baustelle transportieren und dort einen Turm errichten, während eine fachspezifische Zusatzaufgabe gelöst wird.

  1. Materialbeschaffung: Der Patient holt einen Stein vom Materiallager.
  2. Der Transport: Der Weg zur Baustelle erfolgt über einen Parcours oder in einer bestimmten Körperposition.
  3. Die Konstruktion: Der Stein wird auf den Turm gesetzt. Der Turm muss stabil bleiben!
  4. Die Schlotter-Phase: Bevor der nächste Stein geholt wird, muss eine fachspezifische Aufgabe erfüllt werden (siehe Impulse).

Für die Ergotherapie (Fokus: Feinmotorik & Handlungsplanung):

  • Pinzetten-Griff: Die Steine dürfen nur mit Daumen und Zeigefinger (oder einer großen Grillzange) transportiert werden.
  • Die blinde Hand: Der Patient muss den Stein in einem Säckchen blind ertasten, bevor er ihn zum Turm bringt.
  • Muster-Bau: Der Turm muss nach einer vorgegebenen Bildvorlage (Farben/Formen) exakt nachgebaut werden.

Für die Physiotherapie (Fokus: Grobmotorik & Gleichgewicht):

  • Wackel-Baumeister: Der Patient steht beim Stapeln auf einem Balance-Pad oder einem Therapiekreisel.
  • Einbein-Transport: Der Weg zum Materiallager muss hüpfend oder im Einbeinstand bewältigt werden.
  • Höhen-Bau: Die Bausteine liegen am Boden, der Turm steht auf einer hohen Sprossenwand – der Patient muss ständig in die Kniebeuge oder Streckung.

Für die Logopädie (Fokus: Artikulation & Myofunktion):

  • Puste-Post: Ein leichter Stein (oder Tischtennisball obenauf) muss per Strohhalm-Pusten an die richtige Stelle manövriert werden.
  • Silben-Turm: Für jede Etage des Turms muss ein Wort mit der entsprechenden Silbenanzahl genannt werden (1. Stock: „Hund“, 2. Stock: „Kat-ze“…).
  • Lustige Gesichter: Vor jedem Steinzug muss eine Mundmotorik-Übung (z. B. Zunge zu den Mundwinkeln) im Spiegel gemacht werden.

Interdisziplinär:

  • Das Erdbeben: Wenn der Therapeut „Erdbeben!“ ruft, muss der Patient den Turm mit einer Hand stabilisieren, während er mit der anderen eine kognitive Aufgabe löst.

Selbstwahrnehmung: „Was war schwieriger: Den Stein zu holen oder ihn ruhig auf den Turm zu setzen?“

Frustrationstoleranz: „Wie hast du dich gefühlt, als der Turm kurz vorm Wackeln war?“

Transfer: „Können wir diese Ruhe auch bei [anderer Alltagsaufgabe] nutzen?“


Lesen Sie mehr über Therapiemethoden, die interdisziplinär Anwendung finden können:

Warum Schaukeln glücklich macht – Die tiefenwirksame Kraft der vestibulären Stimulation

Quellen

Bebilderung und Text: SpielundLern @ SpielundLern mit Unterstützung der KI

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