Download-Vorlage: Regulationsübungen für Kinder (Sensorische Integration & Beruhigung)

Eine Mutter oder Betreuerin interagiert mit einem Kind in einem freundlichen Spielraum. Das Kind liegt entspannt auf Kissen und spielt mit bunten Bällen, während die Umgebung mit Spielmaterialien ausgestattet ist. Ideal für die Förderung der motorischen Fähigkeiten und des kreativen Spiels.
Lesedauer 3 Minuten

Aktualisiert am 24. September 2026

Zielgruppe: Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Pädagogen sowie Eltern als Praxis-Handout.

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Regulationsübungen für Kinder

PDF-Vorlagen für die sensorische Integration & Beruhigung

Braindumping - SpielundLern-Blog

Übung 1: Das Sandwich (Tiefe Propriozeption & Tiefendruck)

Tiefendruckreize (Deep Pressure Therapy) über große Muskelgruppen und Gelenke hemmen sensorische Übererregbarkeit und vermitteln ein sicheres Körpergefühl.

  • Material: Gymnastikmatte oder dicke Decke, ein großer Pezziball / Therapieball.
  • Ziel: Körperwahrnehmung (Propriozeption), Beruhigung bei motorischer Unruhe oder Reizüberflutung.
  • Anleitung für Therapeuten:
    1. Das Kind legt sich bäuchlings flach und entspannt auf eine weiche Unterlage. Die Arme liegen bequem neben dem Kopf.
    2. Eine zweite weiche Matte oder gefaltete Decke wird über den Rumpf und die Beine des Kindes gelegt („Wir belegen das Sandwich“).
    3. Mit dem Pezziball rollt der Therapeut langsam und mit dosiertem, festem Druck von den Fersen über die Oszillation der Beine bis zu den Schultern. Wichtig: Kopf, Hals und Wirbelsäule direkt niemals punktuell belasten; der Druck muss flächig und für das Kind angenehm sein.
    4. Während des Rollens kurze Druckpausen einlegen („Jetzt wird das Brötchen festgedrückt“) und das Kind nach der passenden Druckstärke fragen.

Übung 2: Die Pusteblumen-Atmung (Atemregulation & Beruhigung)

Die Pusteblumen-Übung schult das gezielte, verlängerte Ausatmen, wodurch der Parasympathikus aktiviert und das Nervensystem heruntergefahren wird.

  • Material: Ein echter Löwenzahn, Wattebausch, Seifenblasen oder reine Vorstellungskraft.
  • Ziel: Senkung des Muskeltonus, Verlängerung der Ausatemphase, Förderung von Fokus und Zentrierung.
  • Anleitung für das Kind:
    1. Setze dich bequem und aufrecht in den Schneidersitz. Die Schultern dürfen ganz locker nach unten sinken.
    2. Schließe sanft die Augen oder schaue auf die Pusteblume vor dir.
    3. Atme langsam und tief durch die Nase ein – stell dir vor, dein Bauch füllt sich wie ein kleiner Ballon.
    4. Forme die Lippen zu einem kleinen „O“ und puste die Schirmchen der Pusteblume mit einem gleichmäßigen, langen Atemzug sanft davon.
    5. Wiederhole die Übung fünfmal hintereinander.

Übung 3: Die Möbelpacker (Schwere Arbeit)

Propriozeptive Aktivitäten gegen Widerstand aktivieren Muskelspindeln und Sehnenorgane, was sowohl untererregte als auch übererregte Kinder im Erregungsniveau ausgleicht.

  • Material: Stabile Holzkiste, Wäschekorb oder Rollbrett, gefüllt mit Büchern, Sandsäckchen oder Gewichten (angepasst an das Kind).
  • Ziel: Kraftdosierung, Raumorientierung, Abbau von überschüssiger Muskelspannung.
  • Anleitung für das Kind & Team:
    1. Stellt euch hinter die schwere Kiste, geht leicht in die Knie und setzt beide Hände fest an den Rand.
    2. Macht den Rücken stabil und schiebt die Kiste gemeinsam über den Boden bis zu einer markierten Ziellinie.
    3. Spürt bewusst, wie viel Kraft ihr in euren Beinen und Armen braucht, um die Kiste in Bewegung zu setzen.
    4. Am Ziel angekommen: Drei Sekunden ganz stillstehen und nachspüren, wie schwer und warm sich die Muskeln anfühlen.

Übung 4: Die Rücken-Sonnengeschichte (Taktile Wahrnehmung & Co-Regulation)

Gezielte taktile Reize mit Vorhersehbarkeit und rhythmischer Führung helfen Kindern, körperliche Grenzen zu spüren und Vertrauen im Kontakt aufzubauen.

  • Material: Ruhige Raumatmosphäre, bequeme Liegefläche.
  • Ziel: Taktile Diskrimination, Tonusregulation, Beziehungs- und Bindungsförderung.
  • Anleitung für Therapeuten / Eltern:
    1. Das Kind legt sich entspannt auf den Bauch.
    2. Die anleitende Person zeichnet mit sanftem, eindeutigem Fingerdruck Symbole oder Wetterphänomene auf den Rücken des Kindes:
      • Sonne: Kreisförmiges Streichen mit der flachen Hand (Wärme, Ruhe).
      • Sonnenstrahlen: Linien, die sanft nach außen gestrichen werden.
      • Wellen / Wind: Sanfte Schlangenlinien mit zwei Fingern entlang des Rückens.
      • Herz / Berührung: Sanftes, flächiges Ruhenlassen der warmen Hand zwischen den Schulterblättern.
    3. Das Kind darf mit geschlossenen Augen erraten, welches Symbol gerade auf den Rücken gezaubert wird.

Lesen Sie hier den ausführlichen Artikel zum Thema:

Interozeption: Die Wahrnehmung innerer Körpersignale verbessern

Bildquellen

  • Die Abbildungen wurden mit Hilfe von KI erstellt.

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