Das Kugellager – Eine kommunikative Methode im Unterricht

Kennen Sie das auch? Sie wollen mit Ihrer Klasse über ein Thema diskutieren, doch es beteiligen sich immer nur die gleichen Schüler. Während andere nur zuhören. Dann wird es Zeit, einmal die Kugellager-Methode auszuprobieren.

Sie ist für alle Schüler geeignet. In jeder Klasse gibt es immer ein paar stille Schüler, die zwar etwas zum Thema beitragen könnten, sich meistens jedoch nicht trauen. Dem Abhilfe zu schaffen, dabei hilft die Kugellager-Methode.

Sie sorgt für mehr Dynamik. Schnell lassen sich Meinungen austauschen. Andere Namen unter denen die Methode außerdem bekannt ist sind: Zwiebel-Methode, doppelter Sitzkreis, Rundgespräch, Lernkarussel, Karussellgespräch oder Speed-Dating.

Ideal ist eine ungerade Anzahl an Teilnehmern

Es empfiehlt sich vorab die Fragen vorzubereiten. Die Kugellager-Methode eignet sich für 12 bis 30 Teilnehmer. Weiteres zusätzliches Material wird nicht benötigt. Zeitlich beträgt die Durchführung etwa zwischen 15 und 30 Minuten. Ist die Teilnehmeranzahl sehr groß, ist es besser zwei Kugellager zu bilden. Ideal ist eine gerade Teilnehmerzahl. Ist sie jedoch ungerade gibt es zwei Möglichkeiten der Durchführung. Entweder wird ein Tandem-Team aus zwei Teilnehmern gebildet oder der Lehrer nimmt auf Augenhöhe mit am Kugellager teil.

Für das Kugellager werden zwei Gruppen gebildet

Zuerst werden zwei gleich große Gruppen gebildet. Jede Gruppe bildet wiederum einen Kreis – eine Gruppe den Innenkreis und die andere Gruppe den Außenkreis. Es sitzen bzw. stehen sich jeweils zwei Teilnehmer gegenüber. Auf ein vorher festgelegtes Zeichen tauschen sich die zwei einander zugewandten Teilnehmer über ein Thema oder Fragestellung aus. Auf ein erneutes Zeichen rücken die Teilnehmer weiter. Ob der Innen- oder Außenkreis weiterrückt und in welche Richtung wird vorher vereinbart. Ebenso um wie viele Plätze es weiter geht.

Die Durchführung im Sitzen als doppelter Stuhlkreis ist insbesondere für jüngere Schüler zu empfehlen. Denn hierbei geht der Ablauf geordneter von statten. Wenn nicht alle Tische beiseite geräumt werden sollen ist das Kugellager ebenfalls mit der üblichen Sitzordnung durchführbar.

Einstieg ins Kugellager mit einfachen Themen üben

Beginnen Sie, indem Sie den Schülern den Ablauf des Kugellagers erklären. Bevor Sie schwierige Themen angehen, wählen Sie ein leichtes, um die Kugellager-Methode mit ihren Schülern einzuüben. Erinnern Sie die Kinder zu Beginn noch einmal daran, leise miteinander zu sprechen. Ebenso leise ist der Platzwechsel zu vollziehen. Bei einem einfachen Thema kann jeder etwas dazu sagen.

Themenbeispiele für einen leichten Einstieg sind Freizeitaktivitäten oder ein Lieblingsgericht. Die Gespräche beim Kugellager erfolgen in der Umgangssprache. Dadurch fällt auch schüchternen Schülern das Sprechen leichter. Am Ende sollen die Schüler zusammenfassen, was ihr Gegenüber ihnen erzählt hat. So überprüfen Sie gleichzeitig, wie gut die einzelnen Schüler einander aktiv zuhören können.

Der Einsatz ist sehr flexibel und jederzeit möglich

Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Dazu zählt die Verwendung zum:

  • Kennenlernen
  • Fördern des freien Sprechens
  • Einführen eines neuen Themas
  • Fördern des Klassenzusammenhalts
  • Sichern des Fachwissens
  • Vorbereiten auf Erörterungen
  • Fördern der Kommunikation
  • Schülerorientiertem Lernen
  • Selbstkontrollzweck.

Der Vorteil: ein Kugellager kann jederzeit Ihren Unterricht aufpeppen. Geht er schleppend voran verhilft es zu mehr Dynamik. Sie können eine provokative These aufstellen oder stellen zwei gegensätzliche Ansichten gegenüber. Besprechen Sie die Ergebnisse im Anschluss gemeinsam. Steht Ihnen dazu zu wenig Zeit zur Verfügung oder möchten Sie, dass Ihre Schüler sich vertieft damit auseinandersetzen, so können diese als Hausaufgabe schriftlich erfasst werden.

Beim Kugellager tauschen sich alle Schüler miteinander aus

Wie wir sehen, ist die Kugellager-Methode eine sehr gute Möglichkeit, um alle Schüler miteinander ins Gespräch zu bringen. Sie hilft Meinungen und Informationen innerhalb einer Lerngemeinschaft auszutauschen. Das primäre Ziel: das freie Sprechen und aktive Zuhören bei den Schülern fördern. Die Schüler trainieren, verschiedene Informationen verständlich zu formulieren. Gleichzeitig erhalten sie beim Zuhören neue Ansichten kennen. Sie trainieren ihre Kommunikation und lernen verschiedene Vorstellungen und Sichtweisen kennen.

Die Schüler treten in einen wechselseitigen Austausch miteinander. Die Fixierung auf den Lehrer ist bei dieser Lernmethode aufgehoben. Das Kugellager trägt dazu bei, dass die Schüler Inhalte besprechen, Inhalte gemeinsam erarbeiten und auf diese Weise ihr Wissen erweitern. Die Schüler lernen aufeinander einzugehen, indem sie Verständigungsprobleme lösen. Zudem werden Sachverhalte aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Durch die Wiedergabe der Fachinhalte verbinden sie ihr Lernwissen mit den Fachtermini. Das Kugellager beinhaltet eine Übungs- und eine Kontrollphase.

Lassen sie einen sprachschwächeren mit einem sprachgewandteren Schüler zusammenarbeiten. So nutzen Sie das Förderpotenzial des kooperativen Lernens optimal. Die Methode des Kugellagers ist vorteilhaft, denn es finden zeitgleich mehrere Gespräche statt. Dadurch werden Inhalte sehr gut vertieft. Die Schüler lernen die unterschiedlichen Standpunkte ihrer Klassenkameraden kennen und die Meinungen der ganzen Gruppe lassen sich innerhalb kürzester Zeit austauschen. Die Schüler lernen frei zu Sprechen. Denn sie haben mehrere verschiedene Gesprächspartner, vor denen sie jeweils kurz reden. Dies steigert ihr Selbstvertrauen in ihre Fähigkeiten. Auf lange Sicht hilft also das Kugellager Hemmungen bei der Teilnahme an einer Diskussion abzubauen.

Weshalb es sich lohnt die Methode einmal auszuprobieren

Das Kugellager ist eine wahre Bereicherung für Ihren Unterricht. Denn es hilft die Aktivität zu erhöhen und den Unterricht attraktiver sowie interessanter zu gestalten. Es eignet sich insbesondere, um alle Schüler bei einer Diskussion mit einzubeziehen. Gleichzeitig üben sie sich in Selbstkontrolle ihres Wissens. Daneben dient es der Ergebnissicherung.

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Alle Schüler lassen sich mithilfe des Kugellagers ins Geschehen einbeziehen. Zudem erfolgen die Gespräche ohne Druck, da es in einem notenfreien Raum stattfindet. Dadurch konzentrieren sie sich auf die vertiefende Auseinandersetzung mit dem Thema. Das Kugellager basiert auf dem Prinzip Lernen durch Lehren. Beide Gesprächspartner ergänzen das Wissen des jeweils anderen.

Bildquellen

  •  @ Stefanie Budai
  • pixabay.com @ Gerd Altmann
  • @ Stefanie Budai

Quellen

  • https://lehrerfortbildung-bw.de/st_if/bs/if/unterrichtsgestaltung/methodenblaetter/kugellager.html
  • https://www.lehrerfreund.de/schule/1s/methoden-kommunikation-fishbowl-kugellager/4098
  • https://www.youtube.com/watch?v=kzc_OtT_2Kc
  • http://methodenpool.uni-koeln.de/techniken/unterricht.html
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Karussellgespr%C3%A4ch

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