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Bewegung und Sport in der kindlichen Entwicklung

Kinder rennen und toben im Freien

Sport und Bewegung sollten fest in den Alltag integriert werden. Das ist jedem Erwachsenen klar, gilt aber genauso für Kinder. Denn ausreichend Bewegung ist essentiell für ein gesundes Leben und je früher ein Kind sich an regelmäßigen Sport gewöhnt, desto höher ist die Chance, dass es diese Gewohnheiten auch im Erwachsenenalter beibehält. Leider sieht die Realität in vielen Familien anders aus: Die Eltern bewegen sich zu wenig und fungieren somit als schlechtes Vorbild für ihren Nachwuchs.

Die Folge: Jedes siebte Kind in Deutschland ist zu dick und wer bereits im Kindesalter an Adipositas (Fettleibigkeit, starkem Übergewicht) leidet, behält diesen Zustand zumeist sein Leben lang bei. Die Folgen für die Gesundheit sind drastisch, mitunter sogar tödlich, und jene für die Entwicklung des Kindes auch. Es lohnt sich daher ein Blick auf die Frage, weshalb Bewegung für die kindliche Entwicklung so wichtig ist und wie diese umgesetzt werden kann?

Folgen der Fettleibigkeit im Kindesalter

Die Studie des Robert Koch Instituts kam weiterhin zu dem Ergebnis, dass der Bewegungsmangel neben einer zuckerhaltigen Ernährung der Hauptgrund für das Übergewicht ist. Betroffen seien 15,4 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen drei und 17 Jahren, wovon rund sechs Prozent unter Adipositas leiden. Gerade einmal 29,4 Prozent der Jungen und sogar nur 22,4 Prozent der Mädchen bewegen sich genügend, von der Weltgesundheitsorganisation definiert als mindestens 60 Minuten pro Tag in aktiver Bewegung. Nicht alle davon sind (bereits) übergewichtig, dennoch wird dadurch ein alarmierender Trend sichtbar, denn vor rund zehn Jahren waren die Zahlen noch deutlich höher, so das Fazit. Die Folgen der Fettleibigkeit für die Gesundheit sind bei Kindern nicht weniger schlimm als bei Erwachsenen, im Gegenteil: Ihr Organismus befindet sich noch in der Entwicklung und das Übergewicht wirkt sich auf diese sowohl physisch als auch psychisch nachteilig aus:

  • erhöhtes Risiko für Diabetes
  • gesteigerter Insulinspiegel im Blut
  • beschleunigtes Längenwachstum
  • frühere Skelettreife
  • Belastung der Gelenke, Knochen und Muskeln während des Wachstums
  • eventuelle Verformungen (O-Beine, Spreizfüße, etc.)
  • resultierend daraus chronische Schmerzen
  • erhöhte Testosteronwerte bei Mädchen
  • zu niedrige Testosteronwerte bei Jungen
  • erhöhte Östrogenwerte bei Jungen und Mädchen
  • daraus resultierende Hormonstörungen
  • frühere Pubertät
  • eventuelles Reißen des Bindegewebes
  • erhöhte Schilddrüsenhormone
  • Hypertonie
  • nässende Ekzeme
  • psychosoziale Probleme

All diese Folgen können sich bereits im Kindesalter entwickeln, müssen sie aber nicht. Unbestritten ist jedoch die negative Beeinflussung der Entwicklung sowohl für die Knochen, Gelenke & Co im Wachstum als auch aufgrund der Hormonstörungen. Das Übergewicht in jungen Jahren erhöht zugleich das Risiko für die genannten oder weitere Folgeerkrankungen im Erwachsenenalter.

Übergewichtiges Kind sitzt mit Snacks vor dem Fernseher

Psychosoziale Faktoren von Sport und Bewegung

Letzterer Punkt darf zudem keinesfalls vernachlässigt werden: Kinder, welche unter Übergewicht leiden, entwickeln meist ein mangelndes Selbstbewusstsein bis hin zu Minderwertigkeitskomplexen. Eventuell leiden sie unter Mobbing oder fallen in eine handfeste Depression. Die seelische Komponente ist bei übergewichtigen Kindern daher nicht zu unterschätzen und kann deren Lebensqualität in jungen Jahren sowie im späteren Erwachsenenalter enorm einschränken. Ein gesundes Selbstbewusstsein sowie sozialer Rückhalt sind schließlich wichtige Faktoren für den Lebenserfolg, den Charakter und das subjektiv empfundene Glück eines Menschen.

Vorteile der sportlichen Betätigung im Kindesalter

Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang. Wird dieser allerdings nicht gefördert, so kann der Bewegungsmangel schnell zur Gewohnheit werden, ebenso wie eine ungesunde Ernährung. Es liegt daher in erster Linie an den Eltern, von Beginn an auf ausreichend Bewegung im Alltag des Kindes zu achten. Die Vorteile sind vielfältig: Bewegung fördert eine gesunde physische, psychische sowie psychosoziale Entwicklung. Sie fördert die Motorik und Balance. Sport stärkt zugleich das Immunsystem und sorgt für einen gesunden Bewegungsapparat. Die Muskelstruktur wird im Wachstum besser ausgebildet, der Knochenbau gestärkt und die Durchblutung des Gewebes gefördert. Alles in allem fühlen sich Kinder durch Sport meist ausgeglichener, glücklicher, gesünder und leistungsbereiter, sprich sie können sich besser konzentrieren und haben einen verbesserten Stoffwechsel im Gehirn. Teamsportarten wie das Fußballspielen haben zudem eine wichtige soziale Komponente, denn Eigenschaften wie Teamfähigkeit, Toleranz, Selbstbewusstsein und andere wichtige „soziale Kompetenzen“ werden gefördert, welche sich auf den gesamten Rest des Lebens positiv auswirken werden.

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Kinder spielen Fussball und haben Spaß

Bewegung in den Alltag integrieren, aber wie?

Wie bereits erwähnt, müssen die Eltern von Beginn an Bewegung natürlich in den Alltag des Kindes integrieren. Am einfachsten gelingt das, indem sie selbst einen aktiven Lifestyle vorleben und beispielsweise mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren oder bei schönem Wetter an der frischen Luft spazieren gehen, anstatt vor dem Fernseher zu sitzen. Diese Vorbildfunktion gilt natürlich ebenfalls für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Eltern sollten zudem aktiv mit ihren Kindern nach Sportarten suchen, welche ihnen Spaß machen und die sie dementsprechend in ihrer Freizeit oder in einem Verein ausüben möchten. Bewegung kann sowohl im Haus als auch außerhalb gefördert werden: Alltagsaktivitäten wie das Rausbringen des Mülls oder Aufräumen des Zimmers gehören ebenso hinzu wie das Ballspielen im Garten oder das frühe Erlernen des Fahrradfahrens. So wird es später für das Kind ganz „normal“ sein, mit diesem Fahrrad auch zur Schule zu fahren oder am Wochenende mit der Familie eine Radtour zu machen. Eltern, welche sich dieser Vorbildfunktion bewusst sind, können zugleich ihren eigenen Alltag aktiver und damit gesünder gestalten und ihren Kindern somit einen gesunden Start in ein erfolgreiches sowie glückliches Leben ermöglichen.

 

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