Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung in der Grundschule

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Der Begriff

Verkehrserziehung umfasst die Schulung des Sicherheits- und Regelverhaltens der Kinder im Verkehr. Der Terminus Verkehrserziehung ist im unterschiedlichen Maße ein begrifflicher und inhaltlicher Nachbar der Mobilitätserziehung und Mobilitätsbildung. Diese Begriffe erfuhren im Laufe der Jahrzehnte Bedeutungsänderungen bzw. -erweiterungen und lassen sich nicht strikt abgrenzen.

Mobilitätserziehung kam seit 1996 als erweitertes Synonym für die Verkehrserziehung auf, die seit den 1920er Jahren Bestand hatte. Verkehrserziehung blieb jedoch in unterschiedlichen Zusammenhängen als Hauptterminus für die Verkehrsschulung der Kinder bestehen – beispielsweise in den Lehrplänen einiger Bundesländer. Zum Teil wurden beide Begriffe synonym verwendet, zum Teil aber auch als konkurrierende Begriffe mit unterschiedlichen Bedeutungsrahmen genutzt. Die Mobilitätsbildung kam als weiteren Aspekt der kritischen Auseinandersetzung mit dem Straßenverkehr seit den 2000er Jahren dazu.

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Definition

Verkehrserziehung

Verkehrserziehung bedeutete ursprünglich sowohl Sicherheitserziehung als auch Sozial-, Umwelt- und Gesundheitserziehung. Kern der Verkehrserziehung war jedoch ersteres: Die Kinder an den Straßenverkehr anzupassen und ihnen Regeln für die Fortbewegung im Straßenverkehr zu vermitteln.

Mobilitätserziehung

Mobilitätserziehung kam als analoger Begriff Mitte der 1990er Jahre auf und betonte anfangs mehr den Aspekt der kritischen Auseinandersetzungen mit Mobilitätsformen, der Sicherheit und der Problematik des zunehmenden Verkehrs. Dies führte dazu, dass er zum Teil als Gegenpart oder Ergänzung zur Verkehrserziehung verwendet wurde.

Letztlich etablierte sich jedoch die synonyme Verwendung. Der Begriff Mobilitätserziehung beanspruchte dabei eine auf die Behandlung von Nachhaltigkeitsthemen etwas breiter gefasste Verwendung.

Mobilitätsbildung

Mobilitätsbildung erscheint als eine Weiterentwicklung obiger Begriffe und umfasst die Nachhaltigkeitsaspekte der Mobilitätserziehung und zusätzlich den kritischen Umgang mit den Regeln im Straßenverkehr. Es wird heute häufig, auch in Lehrplänen, in Kombination mit dem Begriff Verkehrserziehung verwendet.

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Die Bedeutung der Verkehrs- und Mobilitätsbildung in der Grundschule?

Zielsetzung

Die Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung möchte die erforderlichen Kompetenzen fördern, um eine reflektierte und verantwortliche Teilnahme im Straßenverkehr zu ermöglichen. Das Ziel ist es, die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen im Straßenverkehr zu gewährleisten und zu fördern.

Die Kinder üben innerhalb der Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung Grundkompetenzen wie Entscheidungsfindung, Reaktionsfähigkeit, räumliche Orientierung, motorische Fähigkeiten und Selbständigkeit.

Natürlich lernen sie dabei auch die Verkehrszeichen zu erkennen, über die Bedeutung der Ampel hinaus.

Grundschulkinder lernen durch die Übungen in der Verkehrserziehung und der Mobilitätsbildung auch die Tücken des Straßenverkehrs: auf Rechtsabbieger achten, Zebrastreifen mit Vorsicht nutzen und bekommen Handlungsanweisungen, was zu tun ist, wenn ein Wagen mit Blaulicht vorbeizieht oder falls die Ampel auf Rot umschaltet, während man noch mitten auf der Kreuzung ist.

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Bestandteile der Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung in der Grundschule

Schulweg- und Radfahrtraining

Am Anfang der Verkehrserziehung steht das Meistern des Schulweges. Ob zur Fuß, dem Bus oder mit dem Fahrrad – die Kinder sollten so früh wie möglich lernen, im Straßenverkehr zurechtzukommen und in gefährlichen Situationen selbstsicher zu agieren.

Je nach Länge des Schulweges, laufen bereits Erstklässler alleine zur Schule. So ist es wichtig, dass das Handeln im Verkehr altersentsprechend geübt wird. Hilfreich sind dabei Schulwegpläne oder Eltern- und Schülerlotsen.

In der Schuleingangsphase ist erstes Radfahrtraining auf verkehrsfreiem Gelände geeignet, um die Aufmerksamkeit zu schulen.

Radfahrausbildung

In der 3. und 4. Klasse wird das Radfahrtraining weitergeführt. Das Üben in speziellen, räumlich von dem Stadtverkehr komplett abgetrennten Verkehrsschulen hat sich dabei besonders in der Großstadt bewährt, da es hier keine Unfallgefahr gibt und ernsthafte Kollisionen ausgeschlossen sind.

Die Verkehrsschulen in größeren Städten sind nicht einfach umzäunte leere Plätze. Sie sind durch entsprechende auf Kindermaß hergerichtete Straßengestaltung mit Ampeln und Zebrastreifen optimale Simulationen echter Verkehrssituationen. Die Kinder können sich gefahrlos bewegen und alle Inhalte der Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung in einem sicheren Raum üben.

Leider sind diese Jugendverkehrsschulen in den letzten Jahren zunehmend geschlossen worden oder sind von Schließung akut bedroht.

Die Radfahrausbildung schließt mit einer Lernzielkontrolle in Theorie und Praxis ab. Sie ermächtigt die Kinder, selbstbewusst und sicher Schulweg oder Wege in der Freizeit zu absolvieren.

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Hilfe für Eltern zu Zuhause

Vorbilder

Trotz Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung sind Eltern und ältere Geschwister ein elementarer Bestandteil erfolgreicher Verkehrssicherheit.

Eltern können bereits im Kleinkindalter üben. Allein schon, wenn sie laut die Ampel kommentieren, begreift das Kind mit der Zeit, welche Bedeutung die Ampelfarben haben. Eltern und ältere Geschwister sollten angehalten werden, auf keinen Fall bei Rot über eine Ampel zu laufen, denn sie fungieren als absolute Vorbilder. Kleinkinder lernen über Nachahmung und weniger über Ermahnung.

Übungsmaterial für Verkehrserziehung

Im Handel gibt es Sets mit unterschiedlichen Verkehrszeichen, die für kleine spielerische Übungen für Zwischendurch perfekt geeignet sind.

Die Eltern können auch schlichte Spielsituationen, beispielsweise mit Autos auf einem Straßenspielteppich, ganz unkompliziert dazu verwenden, den Kita- und Grundschulkindern unterschiedliche Straßenverkehrssituationen zu verdeutlichen.

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Die Praxis

Letztlich funktioniert aber im privaten Umfeld nichts besser, als die Praxis: Sind Eltern häufig mit ihren Kindern zu Fuß oder mit dem Fahrrad gemeinsam unterwegs in der Stadt, so lernen Kinder die unterschiedlichsten Situationen allmählich kennen. Sie werden im Straßenverkehr zunehmend selbstbewusster.

Bildquellen

  • Pixabay @ Anja
  • Pexels @ Gustavo Fring
  • Pixabay @ Edward Lich
  • Pixabay @ dbderuiter
  • Pexels @ Toni Clavel
  • Pixabay @ Gerd Altmann

Quellen

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Mobilit%C3%A4tsbildung
  • https://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/rlp-online/b-fachuebergreifende-kompetenzentwicklung/mobilitaetsbildung-und-verkehrserziehung
  • https://www.berlin.de/sen/bildung/unterricht/faecher-rahmenlehrplaene/faecheruebergreifende-themen/mobilitaetsbildung-und-verkehrserziehung/
  • https://www.ivp.tu-berlin.de/fileadmin/fg93/Dokumente/Discussion_Paper/DP4_Schwedes_et_al_Mobilit%C3%A4tsbildung.pdf
  • https://www.mobilikon.de/massnahme/mobilitaetsbildung-kitas-und-grundschulen
  • https://bass.schul-welt.de/10336.htm
  • https://bildungsklick.de/schule/detail/aktuelle-studie-zeigt-mobilitaetsbildung-bis-zur-4-klasse-reicht-nicht

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