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Lernsysteme


Schon seit längerem geht der Trend in der Schulpädagogik hin zu einer Verringerung des Frontalunterrichts zugunsten von mehr eigenständigem und oft auch fachübergreifendem Lernen. Pädagogischen und didaktischen Gesichtspunkten wird im Verhältnis zu reinen fachlichen Inhalten viel mehr Gewicht eingeräumt als früher.
Es wird versucht, das Lehren und Lernen kindgerechter auszurichten. Schließlich ergibt es für alle Beteiligten wenig Sinn, gegen die kindliche Natur zu arbeiten.

Die Unterrichtskonzepte stattdessen auf diese abzustimmen, ist natürlich viel aussichtsreicher. Das ist ein so einfacher Gedanke, dass es fast tragisch anmutet, wie lange es dauerte, bis er sich in der Breite der Gesellschaft durchsetzen konnte.

Wesentliche kindliche Merkmale sind Neugier und Spieltrieb. Kinder besitzen eine grundsätzliche Lust am Lernen und haben große Freude an Erfolgserlebnissen.

Lernsysteme motivieren und helfen

Genau darauf gehen Lernsysteme ein. Sie sollen Kindern im Idealfall das Gefühl vermitteln, dass Lernen Spaß macht. Dies ist natürlich ein hohes Ideal und wohl nicht in jedem Fall erfüllbar. Aber immer und bei allem nur Spaß zu haben, wäre doch auch ein unrealistischer Anspruch. Lernsysteme können Kindern aber meistens zu der Erfahrung verhelfen, dass ein Lernprozess zu einem befriedigenden Gefühl führen kann. Damit wäre dann schon sehr viel erreicht. Abgesehen davon werden Lernsysteme natürlich auch daraufhin entwickelt, dass sie das Lernen effizienter machen sollen.

Lernsysteme funktionieren anders als Bücher

Schulbücher sollen an dieser Stelle nicht abgewertet werden. Es gibt wirklich tolle Ideen, beziehungsweise viele Bücher, die völlig in Ordnung sind. Aber alles besitzt Vor- und Nachteile. Lernsysteme unterscheiden sich von Büchern insofern, als dass sie für deutlich mehr Flexibilität, also auch mehr Abwechslung sorgen. Sie funktionieren interaktiv. Die Kinder sind dabei aufgerufen, selbst aktiv zu werden. Je jünger die Zielgruppe desto stärker ist dabei der Spielcharakter ausgeprägt. Lernsysteme sind natürlich, wie Bücher auch, altersangepasst. Es gibt Lernsysteme für die Schule wie auch Lernsysteme fürs Vorschulalter. Für kleinere Kinder (aber nicht nur für die) bieten sich Lerndomino und Lernpuzzle an.

Für deutlich ältere Kinder sind hingegen Lernsysteme da, die bereits davon ausgehen, dass ein Kind bewusst und gezielt lernt. Sie wollen ein Hilfe sein, damit es mit dem Lernen besser klappt und dass es nicht so langweilig und anstrengend wird.

Da tut sich zum Beispiel das Konzept der Lernbox hervor. Diese Methode lässt sich bis ins Studium nutzen und kann auch später noch für hohe Effektivität beim Lernen sorgen. Man lernt ja schließlich nie aus und will vielleicht im Erwachsenenalter noch eine neue Fremdsprache lernen.

Methodik von Lernsystemen

Da es unterschiedliche Lernsysteme gibt, variieren auch die Konzepte. Im Allgemeinen wird auf die Faktoren gesetzt, die aus Erfahrung und nach neuestem wissenschaftlichem Stand die Effizienz des Lernens begünstigen. Im Mittelpunkt steht stets eine grundlegende Idee, durch die diese Faktoren zur Wirkung kommen.

  • Inhalte setzen sich durch viel Wiederholung im Gedächtnis fest.
  • Eine Sortierung wie bei der Lernbox sorgt für selektive und deshalb sinnvolle Wiederholung.
  • Schwierigkeitsgrade sind variabel: mit der Leistungssteigerung kann die Schwierigkeit erhöht werden.
  • Es lassen sich immer wieder neue Aufgaben kreieren. Das hilft gegen Eintönigkeit und stumpfes Auswendiglernen ohne inhaltliches Begreifen.
  • Eigenständiges Arbeiten: Kinder profitieren von der Erfahrung, dass sie auch selbstständig etwas schaffen, erleben sich als selbstwirksam.
  • Der natürliche Spaß am Spiel, die Freude am Fortschritt und Erfolgserlebnis werden eingesetzt.

Lernsysteme: nicht für alles aber erstaunlich vieles geeignet

Es liegt auf der Hand, dass es für Lernsysteme in der Schule und das eigenständige Lernen zuhause besonders geeignete Inhalte gibt. Für Sportunterricht zum Beispiel dürften Lernsysteme wenig Sinn ergeben, es sei denn es ginge dort um Theorie. Aber immer dort, wo Informationen eine Rolle spielen, die aufgenommen werden sollen, seien es Vokabeln, Zahlen, Formeln, naturwissenschaftliche Fakten, Verkehrsregeln, Abläufe, sind Lernsysteme hervorragend geeignet. Oft geht es nicht lediglich um das Auswendiglernen der Informationen sondern auch um das Begreifen und Anwenden. Es können also auch komplexere Inhalte vermittelt werden.

Selber machen - immer wieder neu

Lernsysteme sind so gestaltet, dass sie sich nicht aufbrauchen. Schablonen, Streifen, Karteikarten, Klammern, Magnete, Folien, Plättchen etc. werden verschoben, beschrieben, weiterbewegt. Aufgaben- und Lernkarten werden gemischt und neu ausgeteilt oder gezogen, Würfel werden neu geworfen (zum Beispiel für Rechenaufgaben).
Die Lernenden/Spielenden können außerdem sofort das Ergebnis überprüfen.

Meistens funktioniert die Grundidee immer wieder neu mit austauschbaren Stoffen: Beim Magischen Zylinder, der Lernbox und Lernkarten lassen sich neue Sätze zu anderen Themengebieten oder Fächern kaufen, die im selben System gelernt werden können. Wenn ein Kind schon einmal ein Erfolgserlebnis mit einem Lernsystem hatte, wird es das auch gerne wieder verwenden.
Lernen muss eben gar nicht mühsam sein, zumindest viel weniger als viele Kinder es leider erfahren und von da an empfinden.

Nutzen Sie die vielen guten Ideen, die hier angeboten werden. Und ganz ähnlich Angebote finden Sie bei den Lernspielen, mit denen es große Überschneidungen gibt: Zum Beispiel Lernspiele Mathematik, Fremdsprachen & Englisch-Spiele oder Wortschatzspiele.