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Phonologische Bewusstheit


Die Phonologische Bewusstheit ist ein Teilbereich der pädagogischen Psychologie und der Erforschung der Lesefähigkeiten von Kindern. Sie bezeichnet das Vermögen Informationen zu der lautlichen Struktur der deutschen Sprache aufzunehmen, zu verarbeiten und zu speichern. Mit der phonologischen Bewusstheit beweisen Kinder, dass sie die einzelnen Bestandteile der Sprache (Wörter, Silben, Laute) verstanden haben und mit diesen arbeiten können. Nähere Informationen hierzu erfahren Sie, wenn sie ▶ hier weiterlesen..

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Phonologische Bewusstheit - eine Einleitung


Unter dem Begriff der Phonologischen Bewusstheit verstehen Pädagogen und Psychologen die Fähigkeit bei Kindern, die einzelnen Elemente der Sprache zu verstehen, zu erkennen und mit diesen zielführend umzugehen. Mit anderen Worten wird hier zusammengefasst, ob ein Kind in der Lage ist, die Struktur der Sprache nachzuvollziehen und die jeweiligen Informationen daraus ziehen zu können.

Damit ein sicherer Umgang mit der deutschen Sprache geschehen kann, müssen Kinder in der Lage sein, Wörter hinsichtlich der Silben trennen zu können und die Laute dieser Silben bestimmen zu können. Kinder müssen also die Sprache verstehen und begreifen können, bevor sie erfolgreich tiefgreifende Sprachübungen (Lesen, Schreiben) vornehmen können. Nur wenn Kinder Buchstaben und Silben mit Lauten verknüpfen können, sind sie in der Lage, eigenständig Wörter aus einzelnen Silben zu bilden und somit auch ganze Sätze zu formen.

Phonologische Bewusstheit im Kindergarten


Damit die Kinder in der Grundschule sicher und zielstrebend mit der Sprache umgehen können und die täglichen Übungen optimal umsetzen können, wird von ihnen eine ausgeprägte phonologische Bewusstheit vorausgesetzt. Die Kinder müssen also schon vorab einen sicheren Umgang mit den grundlegenden Elementen der deutschen Sprache besitzen. Dieser Grundstein wird daher nicht in der Grundschule gelegt, sondern schon vorab in den Kindertagesstätten oder Vorschulen und zuhause müssen die Kinder diesbezüglich Übungen durchführen. Geschieht dieses nicht in ausreichendem Maß, kann es hier zu Problemen im weiteren Umgang mit der Sprache bis hin zu einer Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) kommen.

Diagnostik zur Phonologischen Bewusstheit


Bevor ein Kind in die Grundschule eingeschult werden kann, werden diese auf ihre bisherigen Fähigkeiten und Kenntnisse hin geprüft. Darunter wird auch geschaut, inwieweit die sprachliche Entwicklung des Kindes bisher vorangeschritten ist oder ob es etwa Defizite bei der phonologischen Bewusstheit gibt.

Das Bielefelder Screening (BISC)


Hierzu wurde als Einzeltest das Bielefelder Screening (BISC) entwickelt. Dieser, vom Hogrefe Verlag herausgegebene Test, wird nur immer mit einem Kind separat durchgeführt und dauert ungefähr eine halbe Stunde. Er wird in der Regel zehn bis maximal vier Monate vor der geplanten Einschulung von speziell ausgebildeten Pädagogen durchgeführt. Die Kinder müssen dabei mehrere Tests durchlaufen, bei denen z.B. Reime oder Doppelvokale erkannt werden müssen oder Laute Bildkarten zugewiesen werden. Doch neben dem Phonologischen Bewusstsein werden hier auch noch weitere Schwerpunkte, wie etwa das Gedächtnis oder die Aussprache geprüft.

Der Gruppentest zur Früherkennung von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten


Neben dem Einzeltest gibt es auch Testverfahren für Gruppen mit bis zu 12 Teilnehmern. Der Gruppentest zur Früherkennung von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten gilt hier als Standard. Ähnlich wie bei dem BISC werden auch hier die Kinder auf ihr Verständnis von Reimen, Lauten und Silben etc. hin geprüft. Der Test kann hier bis zu 60 Minuten dauern. Fallen die Tests größtenteils positiv auf, liegt eine Qualifikation für die Grundschule vor. Ist dies nicht der Fall, wird für das Kind wahrscheinlich eine spätere Einschulung empfohlen. Gegebenenfalls muss das betroffene Kind einer sprachtherapeutischen Maßnahme unterzogen werden.

Förderung der Phonologischen Bewusstheit


Um eine erfolgreiche Qualifikation für die Grundschule zu ermöglichen und einer Lese-Rechtschreibschwäche vorzubeugen, wurden Förderprogramme für den Einsatz im Kindergarten bzw. der Vorschule entwickelt. Hierzu machen die ErzieherInnen mit den Kindern im letzten Kindergartenjahr verschiedene spielerische Übungen. Geeignete Übungen können dem für Gruppentrainings konzipierten Buch Hören, lauschen, lernen entnommen werden. Die Übungen dauern ungefähr 10 Minuten und müssen in einem Zeitraum von 20 Wochen täglich in einem separaten Raum durchgeführt werden. Diese Übungen richten sich vor allem an Kinder, die eine gewisse Auffälligkeit für ein phonologisches Defizit aufweisen.

Die Übungen sind spielerisch konzipiert, damit das Lernen besonders leicht fällt. Darunter gehören zum Beispiel Spiele zur Phonemsynthese und zur Phonemanalyse. Zu Beginn müssen sich die Kinder bei Lauschspielen auf verschiedene Geräusche konzentrieren. Anschließend werden Spiele durchgeführt, bei denen zum Beispiel die Lautstruktur der Worte erfahrbar gemacht wird (durch Reime) oder die Sprache auf Sätze und Wörter hin analysiert wird. Weiterhin können die Übungen auch durch Multimediaspiele ergänzt werden, sollte die Einrichtung über geeignete PCs verfügen.