Resilienz stärken bei Kindern – die wichtigsten Tipps für Eltern und Lehrer

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Die wichtigsten Eckdaten

Was ist Resilienz?

Resilienz ist eine Bezeichnung für die psychische Widerstandsfähigkeit eines Menschen. Es beschreibt eine Art „seelisches Immunsystem“.

Resilienz bei Kindern ist die Fähigkeit junger Menschen, Belastungssituationen und Stress, Druck sowie unerwarteten Herausforderungen zu begegnen, ohne psychische Schäden davonzutragen.

Kindliche Resilienz ist sehr wichtig, um die vielen herausfordernden Situationen des Alltags in Schule und im Freundeskreis, während der Pubertät und bei sonstigen Entwicklungsschritten, die gerade in der Kinder- und Jugendzeit gehäuft auftreten, gut zu meistern und darüber hinaus an ihnen zu wachsen.

Die 7 Säulen der Resilienz

Resilienz lässt sich an 7 Faktoren festmachen. Diese werden als sieben Säulen bezeichnet, auf der Resilienz als Gesamtkonzept fußt. Sie lauten:

  • Optimismus
  • Akzeptanz
  • Lösungsorientierung
  • Bindungen/Netzwerke
  • Selbstfürsorge
  • Verantwortung übernehmen
  • Positive Zukunftsplanung

Die zwei für Kinder relevanten Resilienzfaktoren sind vor allem soziale Beziehungen und Bindungen und Netzwerke in Form fester Bezugspersonen und Vertrauensmenschen, ein stabiles soziales Umfeld sowie die eigene charakterliche Veranlagung. Von diesen drei Faktoren hängt es vor allem ab, wie resilient ein Kind Situationen gegenüber reagiert.

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Resilienz im Schulalltag

Jene Schüler, deren Resilienz stabil ist, können schulischen Anforderungen besser begegnen. Sie halten Prüfungsstress besser aus, leiden nicht an Schulangst und finden sich auch in vorgegebenen Gruppensituationen, wie dem Klassenverband, besser zurecht. Schlechte Noten, unerwartete Tests, der zeitweise Ausschluss aus einer Gruppe – resiliente Schüler verkraften Enttäuschungen, Misserfolge und Frustration wesentlich leichter als Kinder mit fehlender Resilienz.

Achtsamkeit für Kinder

Die besten Übungen für Kinder

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Einfluss von Resilienz auf den schulischen Erfolg

Kinder, die resilient sind, sind meist erfolgreicher in der Schule. Schlechte Noten schwächen ihr Selbstbewusstsein nicht und ein ungünstiges soziales Umfeld lässt sie dennoch nicht zu Außenseitern werden. Resiliente Kinder finden die Kraft, sich immer wieder neu an positiven Dingen aufzurichten.

Schulischer Erfolg meint nicht nur gute Noten, sondern vor allem eine starke Lernmotivation, trotz gelegentlicher Rückschläge. Erfolg in der Schule meint nicht immer den Einserschüler, sondern jenen präsenten und flexiblen Schüler, der in fast jedem Fach mit Motivation dabei ist. Im Umkehrschluss sind gute Noten jedoch kein Richtwert für eine stabile Resilienz bei Kindern.

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Einfluss von Resilienz bei Mobbing und sozialem Ausschluss

Resilienz bei Kindern befähigt sie zu sozialen Anpassungsleistungen. Sogar in einem ungünstigen sozialen Rahmen nagen Sprüche oder Beleidigungen nicht am Selbstwert resilienter Schüler. Resilienz bei Kindern schließt Mobbingsituationen nicht aus, sie mildert die Auswirkungen des Mobbings auf die Psyche der Betroffenen jedoch meist beträchtlich ab.

Resilienz stärken bei Kindern

Wenn Resilienz bei Kindern eine derartige Stabilität im herausfordernden Schulalltag bietet, so gilt es sie dort zu stärken, wo sie fehlt. Dabei stellen sich zwei Fragen:

  • Woran erkennt man fehlende oder schwache Resilienz bei Kindern?
  • Lässt sich Resilienz nachnähren oder nachstärken?

Anzeichen fehlender Resilienz

Fehlende Resilienz bei Kindern zeigt sich vor allem in jenen Alltags- oder Schulsituationen, die neu oder herausfordernd sind oder einen negativen Ausgang haben. Eltern und Lehrkräfte bemerken bei den Kindern eine übermäßige Nervosität und Ängstlichkeit vor neuen Situationen, Resignation nach Rückschlägen sowie starke Gefühle von Überwältigung und Überforderung.

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Grundrahmen zur Stärkung der Resilienz

Um die Resilienz bei Kindern zu fördern, müssen folgende Rahmenbedingungen geschaffen werden:

  • Positive Beziehungen stärken: Eine sichere Bindung zu Eltern, Lehrern und anderen Bezugspersonen bietet Kindern einen stabilen Rahmen, in dem sie sich geborgen fühlen.
  • Herausforderungen schaffen und gemeinsam meistern: Lehrer und Eltern dürfen Kinder immer wieder aufs Neue ermutigen, sich Herausforderungen zu stellen und diese als Chance zum Lernen zu erkennen. Es ist dabei immer einfacher, gemeinsam in Herausforderungen zu gehen.
  • Problemlösungskompetenz entwickeln: Eigene Lösungen entwickeln? Dies bedarf einen großen Handlungsrahmen, in dem Kinder sich frei entwickeln können und „Fehler machen“ nicht möglich ist.
  • Krisenkompetenz lernen: Es braucht sicher einige Anläufe, um zu erfahren, dass Krisen auch Chancen bergen, um Erfahrung zu sammeln und sich selbst besser kennenzulernen. Je mehr Krisen man mit diesem positiven Ausblick meistert, desto eher steigt die Krisenkompetenz.
  • Selbstvertrauen stärken: Auch kleine Erfolge wollen gefeiert werden! Lehrer und Eltern dürfen jede Gelegenheit ergreifen, die Kinder für ihre Leistungen, ihren Mut, ihre Ideen zu loben. Dabei ist ein kurzes, ehrliches Lob immer besser als ein Geldgeschenk oder ähnliche materialistische Zuwendungen.
  • Gefühle akzeptieren: Kinder sollten lernen, dass es in Ordnung ist, negative Gefühle zu haben. Es liegt anfangs immer in der Hand von Erwachsenen, gemeinsam Wege zu finden, um Gefühle zu erleben, zu spüren und zu integrieren.
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Übungen für Resilienz von Kindern

Das Ich-Buch

Gerade Grundschulkinder profitieren von einem Ich-Buch. Angelegt ist das Buch als Reflektionsbuch mit Fragen zu einem selbst. Dabei sollten die Fragen ausschließlich positiv formuliert sein:

  • Welche Dinge tue ich gern?
  • Ich fühle mich wohl, wenn …
  • Ich möchte nicht verzichten auf …
  • Meine Lieblingsbeschäftigung ist …
  • Was besitze ich, was schön ist?
  • Ich bin …. (nur positive Eigenschaften)

Gemeinsam erleben

Sind die Kinder noch klein, so sind gemeinsame Unternehmungen keine große Herausforderung für Eltern oder Lehrer. Sie malen mit den Kindern, balancieren über Baumstämme oder lassen Drachen steigen. Sobald Kinder aber in das Grundschulalter kommen oder zu Jugendlichen werden, werden gemeinsame Unternehmungen der Kinder mit Eltern oder Lehrern teils zur richtigen Überwindung. Sie selbst sind häufig nicht bereit oder nicht daran gewöhnt, Herausforderungen anzunehmen und zu meistern. Es ist hier die Aufgabe der Erwachsenen, sich selbst einen Ruck zu geben. Welche Dinge könnte man mit älteren Kindern unternehmen?

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  • Holz hacken
  • Tiere im Wald beobachten
  • Segeln lernen
  • Tauchen
  • Klettern usw.

Diese gemeinsamen Erlebnisse geben den Kindern zusätzlich einen sozial vertrauensvollen, stabilisierenden Rahmen, der zu einem der zwei zentralen Resilienzfaktoren für Kinder gehört.

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Talente fördern

Alles, was die positiven Fähigkeiten der Kinder hervorhebt, darf in Erscheinung treten – möglichst auch im Unterricht. Entsprechend etwa der positiven Pädagogik sollte in der Schule jedes Kind möglichst seinen Fähigkeiten entsprechend am Schulleben teilnehmen. Gerade Projekttage, Klassenfahrten und Ausflüge sind gute Gelegenheiten, den Talenten der Kinder Raum zu geben.

Persönlichkeitstypen

Wie Schüler ihre Stärken kennenlernen

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Bildquellen

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Quellen

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Resilienz_(Psychologie)
  • https://clevermemo.com/blog/7-saeulen-der-resilienz-resilienzmodell/
  • https://www.familie.de/kleinkind/entwicklung-erziehung/resilienz-foerdern-kinder-stark-machen/
  • https://starkauchohnemuckis.de/resilienz-bei-kindern-foerdern/
  • https://starkekids.com/resilienz-bei-kindern/
  • https://urbestself.de/blogs/article/resilienz-bei-kindern-6-uebungen-fuer-starke-kinder
  • https://www.marco-lehmann.de/resilienz-fuer-erzieherinnen-kinder/

2 Kommentare zu “Resilienz stärken bei Kindern – die wichtigsten Tipps für Eltern und Lehrer”

  1. Resilienz kann zwar in jedem Alter „erlernt“ werden. Aber mit guten Voraussetzungen zu starten ist besser. Das persönliche, innere Notfallmanagement direkt von Anfang an stark zu beginnen, hat auch viel mit dem Umfeld des Kindes, schon vor der Schule z u tun.

    1. Guten Tag Herr Gross,
      das stimmt und es wäre im Optimalfall natürlich gut, würden Kinder von früh auf Resilienz lernen. Dies ist aber leider häufig nicht der Fall. Dass und wie man Resilienz „nachnähren“ kann, sollte jeder wissen, der mit Kindern und Jugendlichen arbeitet oder im privaten Umfeld selbst betroffen ist.
      Bleiben Sie uns als Leser erhalten!
      Ihr Team von Spielundlern.de

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