Downloadvorlage: Die Liegende Acht für Überkreuzübungen

Ein Mädchen und eine Frau sitzen an einem Tisch in einem hellen Raum, der mit Spielgeräten ausgestattet ist. Das Mädchen zeigt mit dem Finger auf ein Arbeitsblatt mit der Zahl "8", während die Frau aufmerksam zuschaut. Ideal für Lern- und Förderprogramme.
Lesedauer 3 Minuten

Aktualisiert am 21. Oktober 2026

Die liegende Acht (bekannt als Kernübung aus dem Brain-Gym®) ist ein hochwirksames Instrument zur Förderung der bilateralen Hemisphärenintegration – dem Zusammenspiel von linker und rechter Gehirnhälfte. Sie schult die okulomotorische Koordination (Blickfolgebewegung über die Körpermittellinie), die Hand-Auge-Koordination sowie die visuelle Raumorientierung und fördert gleichzeitig Entspannung und fokussierte Aufmerksamkeit.

Laden Sie hier Ihren Übungsbogen „Liegende Acht“ herunter:

Liegende Acht für Überkreuzübungen

Für Therapie und therapeutischen Elternarbeit zu Hause

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Vorbereitung & Setting

  • Positionierung des Bogens: Platzieren Sie den Ausdruck (DIN A4, Querformat) flach auf der Tischplatte direkt vor der Person. Die Schnittstelle der Acht (der rote START-Punkt) muss exakt auf der Körpermittellinie des Klienten liegen.
  • Sitzhaltung: Aufrechte, symmetrische und entspannte Sitzposition. Beide Füße stehen flach und stabil auf dem Boden (wichtig für die propriozeptive Erdung).
  • Rutschsicherung: Fixieren Sie die Vorlage gegebenenfalls mit etwas Malerkrepp am Tisch, damit die Bewegung ohne Widerstand fließen kann.

Schritt-für-Schritt-Durchführung

Leiten Sie Ihren Klienten strukturiert durch folgende drei Phasen:

Phase 1: Zentrierung im Mittelpunkt („START“)

  • Bitten Sie den Klienten, den Zeigefinger der Schreibhand (bzw. der dominanten Hand) auf den roten Mittelpunkt (START) zu setzen.
  • Der Blick ruht stabil auf diesem Startpunkt.

Phase 2: Kontinuierlicher Bewegungsablauf

  • Start: Die Bewegung beginnt vom Mittelpunkt aus nach oben-links (dem Pfeilverlauf folgend).
  • Linke Schleife: Eine weite, runde Kreisbahn gegen den Uhrzeigersinn nach links außen ziehen, unten herum zurückführen und die Mitte wieder durchqueren.
  • Rechte Schleife: Durch das Zentrum hindurch schwungvoll nach oben-rechts weiterführen, die Schleife im Uhrzeigersinn vollenden und unten wieder im START-Zentrum ankommen.
  • Wiederholungen: Führen Sie mindestens 5 bis 10 zusammenhängende, fließende Zyklen durch. Anschließend erfolgt der Wechsel auf die nicht-dominante Hand. Im dritten Durchgang werden beide Zeigefinger aufeinandergelegt und gemeinsam geführt.

Phase 3: Blickmotorik & visuelle Führung

  • Kopfhaltung: Der Kopf verharrt geradeaus und ruhig.
  • Blickführung: Die Augen verfolgen aktiv die Fingerkuppe über die gesamte Flugbahn hinweg – insbesondere beim Passieren der Mittellinie.

Diagnostische Beobachtungskriterien für Therapeuten

Achten Sie während der Durchführung auf folgende motorische und visuelle Muster:

  • Kopfmitbewegung: Dreht oder neigt sich der Kopf synchron zum Finger?Intervention: Halten Sie den Kopf sanft verbal zur Ruhe an („Der Kopf bleibt wie verankert nach vorne gerichtet, nur die Augen wandern mit.“).
  • Stocken an der Mittellinie: Tritt im Schnittpunkt (START) ein Verharren, Ruckeln oder Abbrechen der Bewegung auf?Befund: Dies deutet häufig auf eine Hemmung bei der Kreuzung der Körpermittellinie hin. Führen Sie die Bewegung hier zunächst passiv-unterstützt oder deutlich verlangsamt durch.
  • Tonus & Atmung: Werden die Schultern hochgezogen oder hält die Person die Luft an?Intervention: Integrieren Sie eine bewusste, gleichmäßige Atmung (z. B. Einatmen in der linken Schleife, Ausatmen in der rechten Schleife).

Progression & therapeutische Varianten

  1. Grafomotorische Variante (Spurzeichnung):Auf einer laminierten Vorlage wird die Bahn mit verschiedenfarbigen Whiteboard-Markern nachgefahren, sodass schrittweise eine mehrfarbige „Regenbogen-Acht“ entsteht.
  2. Taktil-kinästhetische Variante (Knet- oder Sandspur):Aus Therapieknete dünne Stränge formen, präzise auf die orangefarbene Trasse legen und anschließend mit den Fingerbeeren im vorgeschriebenen Richtungsverlauf flachdrücken.
  3. Grobmotorische Übertragung („Luft-Acht“):Die gleiche Bewegung mit ausgestrecktem Arm und aufgerichtetem Daumen raumgreifend in die Luft zeichnen; der Blick bleibt fest auf den Daumennagel geheftet.

💡 Pädagogischer & therapeutischer Tipp für den Blog

Die Liegende Acht eignet sich hervorragend als 3-minütiges „Warm-Up“ unmittelbar vor feinmotorischen Schreibaufgaben, Konzentrationstests oder zum Einstieg in eine Therapiesitzung, um cerebrale Blockaden zu lösen und die Konzentrationsfähigkeit zu stabilisieren. Sie kann zudem Eltern ideal als strukturierte Heimübung an die Hand gegeben werden.

Lesen Sie mehr zu Überkreuzübungen:

Überkreuzübungen für Kinder in der therapeutischen Praxis: Bilateralintegration – Neurophysiologische Bedeutung der Mittellinienüberquerung und Diagnostik

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