Spiel des Monats: Der Flug des Nachtfalters – Eine auditive Spurjagd für Mittelfeldüberquerung, Überkreuzübungen und Feinmotorik

Ein Junge und eine Frau sitzen an einem Tisch in einem Spielzimmer. Der Junge konzentriert sich auf eine Aktivität mit einem Holzstempel auf einem Arbeitsblatt, während die Frau ihm Anleitung gibt und Informationen auf einem Blatt Papier hat. Im Hintergrund sind bunte Spielzeugblöcke und ein Gymnastikball sichtbar.
Lesedauer 3 Minuten

Aktualisiert am 21. Oktober 2026

Der Flug des Nachtfalters – Eine auditive Spurjagd Zielgruppe: Kinder ab 5 Jahren in der Ergotherapie, Logopädie oder Lerntherapie Material: Downloadvorlage „Liegende Acht“ (DIN A4, laminiert oder auf festem Papier), Klebestreifen zur Tischfixierung, kleiner Holz- oder Filzgleiter (alternativ Fingerkuppe oder Glasmurmel), eine kurze vorbereitete Vorlesegeschichte mit Schlüsselwörtern.

Befestigen Sie die Bildvorlage mit der Liegenden Acht Laden Sie hier Ihren Übungsbogen „Liegende Acht“ herunter:

Download: Liegende Acht für Überkreuzübungen

Für Therapie und therapeutischen Elternarbeit zu Hause

Braindumping - SpielundLern-Blog

mit Klebestreifen plan auf der Tischplatte, sodass die zentrale Kreuzung der beiden Flügelschleifen direkt vor dem Brustbein des Kindes liegt. Das Kind sitzt aufrecht mit Bodenkontakt der Füße. Der Therapeut platziert die Vorlesegeschichte vor sich, während das Kind den Gleiter (den „Falter“) auf den zentralen Startpunkt setzt.

Das Spiel verbindet die fließende Mittellinienüberquerung mit auditiver Reizfilterung:

  1. Startposition: Das Kind setzt den Falter auf die Kreuzungsstelle in der Mitte. Der Blick ruht ruhig auf dem Falter.
  2. Das Signalwort: Der Therapeut vereinbart ein klares Codewort aus der Geschichte (z. B. „Mondlicht“ oder „Sternenstaub“).
  3. Die Erzählung: Der Therapeut liest in ruhigem Tempo eine Tier- oder Waldgeschichte vor. Sobald das vereinbarte Signalwort fällt, startet der Nachtfalter seinen Rundflug: Er gleitet nach links oben in die erste Schlaufe, durchquert den Schnittpunkt und vollendet die rechte Runde zurück zur Mitte.
  4. Der Fluss: Die Augen heften sich an den Falter, während der Kopf ruhig nach vorne gerichtet bleibt. Erst wenn der Falter nach genau einer vollständigen Doppelrunde wieder im Zentrum landet, ruht er dort, bis in der Geschichte das nächste Schlüsselwort ertönt.
  1. Der Flüster-Flug: Das Kind wiederholt bei jeder Zielkreuzung das Schlüsselwort leise als Echo.
  2. Die Gegenwind-Runde: Der Falter kehrt bei einem zweiten Signalwort (z. B. „Sturm“) die Flugrichtung mitten im Lauf sofort um.
  3. Der Hand-Staffellauf: Nach jeder vollendeten Schleifenrunde übernimmt die andere Hand das Steuer am Schnittpunkt.
  4. Die Murmel-Trasse: Statt des Gleiters wird eine Murmel allein durch vorsichtiges Neigen des Bogens im Kreis balanciert.
  5. Die Farb-Spur: Bei jedem gehörten Schlüsselwort zieht das Kind mit einem neuen Wachsmalstift eine frische Kontur nach.
  6. Der Atem-Gleiter: In der linken Kurve wird tief durch die Nase eingeatmet, in der rechten Schleife langsam durch den Mund ausgeatmet.
  7. Die Doppel-Patrouille: Beide Daumenkuppen berühren sich und führen den Falter gemeinsam durch den Parcours.
  8. Die Taktil-Raupe: Die Spur wird vorab mit kleinen Knetkügelchen ausgelegt, die der Falter bei jedem Signal plattdrückt.
  9. Der Falsche-Fährte-Modus: Der Therapeut streut ähnliche Wörter ein (z. B. „Mondschein“ statt „Mondlicht“); der Falter darf nur beim exakten Begriff abheben.
  10. Der Großformat-Pilot: Die Bewegung wird stehend vom Blatt gelöst und mit gestrecktem Arm frei im Raum vor einer Wandtafel abgeflogen.
  • Blicklenkung: „Konnten deine Augen ganz von allein am Falter kleben bleiben, ohne dass sich dein Kinn zur Seite gedreht hat?“
  • Impulskontrolle: „Wie schwer war es für deine Hand, ganz still im Zentrum zu warten, bis das echte Zauberwort vorgelesen wurde?“
  • Mittellinien-Gefühl: „Ging das Herumgleiten auf einer Seite leichter von der Hand als auf der anderen?“

Die kontinuierliche Schleifenführung trainiert gezielt das Zusammenspiel beider Gesichtsfeldbereiche und die visuelle Folgebewegung über die Körperachse hinweg. Achten Sie diagnostisch genau darauf, ob das Kind am zentralen Kreuzungspunkt verharrt, die Schulter anhebt oder Ausweichbewegungen mit dem Oberkörper zeigt. Die auditive Koppelung an eine Erzählung fordert selektives Hören, hemmt motorische Impulsivität und bereitet Kinder optimal auf feinmotorische Aufgaben und Lese-Schreib-Prozesse vor.

Lesen Sie mehr zu Überkreuzübungen:

Überkreuzübungen für Kinder in der therapeutischen Praxis: Bilateralintegration – Neurophysiologische Bedeutung der Mittellinienüberquerung und Diagnostik

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Die Datenschutzbestimmungen habe ich zur Kenntnis genommen.