Aktualisiert am 21. Oktober 2026
Pädagogischer Hintergrund
Die acht Bildkarten übersetzen emotionale Zustände in greifbare Tierfiguren (Vulkan-Bär, Zitter-Reh, Regen-Igel, Sonnen-Fuchs, Pause-Dachs, Sturm-Rabe, Mut-Hörnchen und Kuschel-Eule). Kinder im Kita- und Grundschulalter können so körperliche Empfindungen und Impulse benennen, ohne sich rechtfertigen oder verurteilen zu müssen.
Drei praxiserprobte Spielalternativen, bei denen die Gefühlskarten eingeführt werden können:
Das Gefühls-Barometer (Morgenkreis & Check-in)
- Ziel: Tägliche emotionale Selbstwahrnehmung und Gruppenübersicht.
- Ablauf: Die Karten hängen an einer Magnetwand oder Schnur. Jedes Kind befestigt bei der Ankunft seine persönliche Klammer oder sein Namensschild an dem Wesen, das seiner Tagesform entspricht.
- Pädagogischer Nutzen: Erzieherinnen sehen sofort, welche Kinder heute besondere Begleitung brauchen (z. B. Regen-Igel oder Zitter-Reh), und die Gruppe lernt gegenseitige Rücksichtnahme.
Das Wald-Pantomime-Rätsel (Körperwahrnehmung & Empathie)
- Ziel: Körpersignale, Mimik und Haltung anderer Kinder deuten lernen.
- Ablauf: Ein Kind zieht verdeckt eine Bildkarte. Ohne Worte stellt es das Wesen durch Körperhaltung und Mimik dar (z. B. Fäuste ballen und stampfen für den Bären; Schultern hochziehen und zittern für das Reh; Augen reiben und leise schluchzen für den Igel).
- Auflösung: Die Gruppe errät das Wesen, benennt das dahinterliegende Gefühl und zeigt auf die entsprechende Karte.
Die Brücken-Werkstatt (Präventives Rollenspiel)
Aufgabe an die Gruppe: „Wie können Dachs und Hörnchen zusammen im Zauberwald spielen, ohne dass es Streit gibt?“ Die Kinder sammeln Lösungsvorschläge (Raumtrennung, Zeitfenster, Rollentausch) und spielen den Kompromiss kurz nach.
Ziel: Handlungsalternativen und Konfliktlösungsstrategien trainieren, bevor es brennt.
Ablauf: Im Stuhlkreis werden zwei gegensätzliche Karten gezogen (z. B. Kind A ist der Pause-Dachs und will Ruhe; Kind B ist das energiegeladene Mut-Hörnchen und will toben).
Laden Sie hier Ihre Gefühlskarten herunter:
Gefühlskarten für Spiele und den Morgenkreis
Immer griffbereit

Hauptspiel: Der Zauberwald der Gefühle
Das Spiel dient der aktiven Konfliktbegleitung und Selbstregulation im Freispiel oder in der Schlichtungsecke.
- Vorbereitung: Die Bildkarten liegen offen auf einem Tuch (der „Zauberwald-Lichtung“) oder hängen gut erreichbar auf Augenhöhe an der Wand. Ein physischer Redestein oder Holzstab liegt bereit.
- Ablauf im Akutfall:
- Ankommen (Stopp-Lichtung): Nach einem Streit oder Wutausbruch setzen sich die beteiligten Kinder an das Tuch. Erst tief durchatmen.
- Wesen wählen: Jedes Kind wählt die Karte, die seinem aktuellen Bauchgefühl entspricht, und legt sie vor sich ab (z. B. Vulkan-Bär für Zorn, Sturm-Rabe für Eifersucht/Frust).
- Wesen sprechen lassen: Wer den Redestein hält, erklärt kurz das Tier: „Mein Vulkan-Bär ist gerade heiß, weil der Turm umgefallen ist.“ Das andere Kind hört zu, ohne zu unterbrechen.
- Lösungsweg finden: Die Kinder überlegen gemeinsam mit der Fachkraft, welches Hilfstier gebraucht wird, um die Situation zu lösen (z. B. Kuschel-Eule für Versöhnung, Pause-Dachs für fünf Minuten Rückzug, Mut-Hörnchen für einen Neuanfang).



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