Spiel des Monats: Der Balance-Kurier

Kinder spielen in einem hellen und einladenden Spielraum, wÀhrend eine Betreuerin AktivitÀten anleitet. Die Szene zeigt verschiedene Spielstationen, darunter einen Balancierbalken, einen Schwingkreis und einen Tisch mit Malutensilien. Die Kinder sind aktiv und kreativ, was die Förderung von motorischen FÀhigkeiten und sozialem Lernen verdeutlicht.

Aktualisiert am 20. April 2026

Thema: Die sensorische Botschaft – Gleichgewicht trifft Kognition.

Zielgruppe: Kinder und Erwachsene in der Physio-, Ergo- oder Sprachtherapie.

Material: Therapieschaukel (oder Balance-Pad/Board), Bildkarten oder kleine GegenstÀnde, ein ZielbehÀlter.

Positionieren Sie das instabile Medium (Schaukel oder Board) in der Mitte des Therapieraums. An einem Ende des Raums (Start) liegen die „Botschaften“ (z. B. Wortkarten oder bunte SĂ€ckchen), am anderen Ende (Ziel) steht ein Korb oder ein Markierungskegel.

Das Spiel trainiert die sensorische Integration und die Aufmerksamkeitssteuerung unter körperlicher InstabilitÀt:

  • Die Aufnahme: Der Patient wĂ€hlt am Start eine Karte oder einen Gegenstand aus.
  • Die Passage: Die instabile FlĂ€che (Schaukel/Board) muss ĂŒberquert oder – je nach Therapieziel – fĂŒr eine kurze Sequenz aktiv genutzt werden (z. B. drei gezielte Schwingbewegungen).
  • Der Dual-Task: WĂ€hrend der Patient auf dem instabilen Untergrund balanciert, stellt der Therapeut eine Aufgabe (z. B. „Nenne ein Wort mit dem Anlaut auf deiner Karte“ oder „ZĂ€hle von 20 rĂŒckwĂ€rts“).
  • Die Zustellung: Erst nach Lösung der Aufgabe darf der Patient zum Ziel weitergehen und die „Botschaft“ abliefern.

Hier sind Varianten, um den Schwierigkeitsgrad individuell anzupassen:

  • Der Wellenreiter: Im Bauchliegen auf der Schaukel paddeln und dabei GegenstĂ€nde vom Boden in den Korb sortieren.
  • Der Einbein-Bote: Auf einem Bein auf dem Balance-Pad stehen, wĂ€hrend ein Reim zu Ende gesprochen wird.
  • Die Wort-Schaukel: Bei jedem VorwĂ€rtsschwingen ein Wort zu einer bestimmten Kategorie (z. B. Obstsorten) nennen.
  • Der Zeitlupen-Pfad: Den instabilen Weg so langsam wie möglich bewĂ€ltigen, um die TiefensensibilitĂ€t zu schĂ€rfen.
  • Die Über-Kreuz-Post: Den Gegenstand wĂ€hrend des Balancierens von der linken in die rechte Hand hinter dem RĂŒcken ĂŒbergeben.
  • Der Blindflug: Kurze Sequenzen mit geschlossenen Augen auf dem Balance-Board stehen (nur bei ausreichender Sicherung!).
  • Die Lasten-FĂ€hre: Zwei unterschiedliche GegenstĂ€nde gleichzeitig balancieren (einen in jeder Hand), um die Symmetrie zu schulen.
  • Der Rhythmus-Geher: Passend zum Takt einer Schaukelbewegung silbenweise sprechen oder klatschen.
  • Die Farbmix-Suche: Nur GegenstĂ€nde einer bestimmten Farbe ĂŒber die „BrĂŒcke“ bringen, wĂ€hrend der Therapeut Störreize setzt.
  • Der Richtungswechsel: Auf ein akustisches Signal hin mitten auf dem instabilen Medium die Position Ă€ndern (z. B. vom Stand in den Sitz).

Körperfokus: „Wie hat dein Körper reagiert, als du gleichzeitig nachdenken und balancieren musstest?“

Strategie: „Hat es dir geholfen, einen festen Punkt an der Wand zu fixieren?“

Tonus-Check: „FĂŒhlst du dich jetzt eher wacher oder eher entspannter als vor dem Spiel?“


Zum Artikel ĂŒber Schaukeln und Sensorik:

VestibulĂ€re Stimulation – Warum Schaukeln glĂŒcklich macht

Ein Kommentar zu “Spiel des Monats: Der Balance-Kurier”

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