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Stimmtherapie


Ein Teilbereich mit dem sich der Logopädie beschäftigt ist die Stimmtherapie. Gibt es Probleme bei der Stimmbildung werden diese mit Hilfe der Therapie behoben oder gemindert. Stimmtherapie kann auch als präventive Maßnahme genutzt werden. Dabei geht es Vordergründig darum das mögliche Probleme gar nicht erst entstehen und die Stimme gesund bleibt... ▶ zum Ratgeber Stimmtherapie

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Arten von Stimmstörungen und deren Unterschiede

Ist die Stimme über einen längeren Zeitraum anhaltend verändert liegt eine Stimmstörung vor. Ist die Stimme von Heiserkeit geprägt spricht man von einer Dysphonie, ist die Stimme dagegen ganz weg wird dies als Aphonie bezeichnet. Eine Sprechstörung dagegen heißt Dysarthrie.

Stimmstörungen lassen sich folgendermaßen klassifizieren:

  • Funktionelle Stimmstörungen

    Hierbei treten Unregelmäßigkeiten im Schwingungs- und Schließungsverhalten der Stimmlippen auf. Die funktionellen Stimmstörungen werden dabei nochmals in hyper- oder hypofunktionelle Störung unterschieden, abhängig davon ob zu viel oder zu wenig Spannung genutzt wird. Dabei treten hyperfunktionelle Stimmstörungen häufiger auf. Besonders betroffen sind dabei Personen, die aus beruflichen Gründen viel Sprechen müssen, wie beispielsweise Lehrer oder Erzieher. Bleiben sie unbehandelt können daraus sekundäre organische Stimmstörungen entstehen.

  • Organische Stimmstörungen

    Im Kleinkind- und Säuglingsalter entstehen diese durch beispielsweise Fehlbildungen des Kehlkopfes. Bei Schulkindern treten sie dagegen meist als Folge von Verletzungen oder Erkrankungen auf, also z.B. nach einer Operation oder Unfall.

  • Psychogene Stimmstörungen

    Diese sind bei Kindern eher selten. Ihre Ursache sind meist psychische Probleme oder Störungen, weshalb hier meist eine Psychotherapie von einer Stimmtherapie begeleitet wird.

Mögliche Ursachen können eine hohe Belastung der Stimme oder deren falscher Gebrauch sein. Bei einer dauerhaften Überbeanspruchung besteht zudem die Gefahr von sekundär-organischen Veränderungen. Bei Kindern gehen Stimmstörungen auch in Kombination mit Stottern, Sprachentwicklungsverzögerungen oder Sprachentwicklungsstörungen einher. In der Stimmtherapie werden unterschiedliche individuelle Übungen durchgeführt, abhängig von der Ursache der Störung.

Weitere Stimmstörungen:
  • Mutationsstimmstörungen

    Hohe Kinderstimme wird beibehalten, trotz das die Gegebenheiten für eine Männerstimme vorhanden sind.

  • Dysodie

    Gestörte Singstimme.

  • Rhinophonie

    Klang der Stimme ist nasal.

Stimmtherapie im Überblick


Phoniater, Atem-, Sprech- und Stimmlehrer oder Logopäden können eine Stimmtherapie durchführen. Bei organischen Ursachen kann zudem eine Operation notwendig sein. Liegt der Verdacht einer Stimmstörung vor sollte ein HNO-Arzt oder Phoniater aufgesucht werden. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wird eine entsprechende Verordnung ausgestellt. Bei Kindern erfolgt die Therapie auf spielerische Art.

Unterscheidung einiger Therapiemethoden:

  • Funktionale Stimmtherapie

    Wird bei funktionellen und organischen Störungsbildern eingesetzt. Eine funktionelle Verbindung von Bewegung und Stimme wird hergestellt. Dabei werden Atemübungen, Entspannungsübungen, Bewegungs- und Halteübungen eingesetzt sowie ein Training der Mund und Kiefermuskulatur.

  • Akzentmethode

    Sie wird bei der Behandlung von Stottern, Stimm- und Sprechstörungen eingesetzt. Es handelt sich um eine dynamische und rationelle Methode, mit der die Atmung, Phonation, Körperbewegung, Gestikulation, Artikulation und Sprache koordiniert wird. Sie beinhaltet auch den Transfer von den Übungen zur mündlichen Kommunikation und zum lauten Lesen.

  • Manuelle Stimmtherapie (MST)

    Entwickelt von Gabriele Münch handelt es sich hierbei um eine Methode, die manuelle, osteopathische Methoden mit sprechwissenschaftlichen Erkenntnissen verbindet. In der Logopädie findet sie neben der Diagnose und Behandlung von Dysphonie und Dysphagie auch bei vielen weiteren Störungen Anwendung. Sie schafft eine gute Basis für alle an der Artikulation beteiligten Organe und sorgt für weitere Verbesserungen, wie beispielsweise einer guten Körperwahrnehmung. Literatur zu dieser Methode finden Sie in unserem Shop.

  • Lax Vox

    Diese Methode wurde von Marketta Sihvo entwickelt. Aus dem Lateinischen abgeleitet von laxus: frei, locker und vox: Stimme. Diese Methode kann sowohl zur Pflege, Heilung und Stimmtraining angewendet werden. Einsatzgebiete sind demnach: Stimmtherapie, Gesang, Sprecherziehung, Heiserkeit, Stimmermüdung, Warm Up & Cool Down. Die Übungen werden dabei täglich in kleinen Einheiten durchgeführt. Unser speziellen Silikonschläuche für die Stimmtherapie sind besonders hygienisch, da sie Temperaturbeständig von -60°C bis +200°C, lebensmittelecht und frei von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) sind.

Zu den verschiedenen Therapie-Methoden finden Sie zugehörige Literatur in unserem Shop. Dabei enthalten einige der Bücher auch CDs. Die Übungen sind sowohl für Kinder als auch Erwachsene geeignet.

Die Ziele der Stimmtherapie sind der Erhalt einer belastungsfähigen Stimme. Die Kommunikation soll dabei nicht nur wiedererlangt werden, sondern auch stabilisiert und somit im Alltag und Beruf ideal genutzt werden können. Dabei ist es wichtig immer wieder das Gelernte in den Alltag des Betroffenen zu übertragen.

Bei Transgender spielt die Neumodellierung der Stimme eine wichtige Rolle, denn die Stimme bildet einen bedeutsamen Teil der Identität.

Präventive Maßnahmen für funktionelle oder sekundär-organische Stimmstörungen können unter dem Begriff der Stimmhygiene zusammengefasst werden. Sie sollen die Stimme gesund erhalten. Dazu zählen:

  • Genug Trinken
  • Gutes Raumklima
  • Kein Rauchen
  • Vermeidung allergener oder belastender Stoffe
  • Flüstern vermeiden, da es die Stimme anstrengt
  • Nicht gegen Lautstärke anreden, vor dem Sprechen für Ruhe sorgen
  • Richtige Atmung, durch Anspannung und Belastung kann diese gehemmt sein

Bücher zur Stimmhygiene finden Sie in unserem Shop. Wollen Sie sich erst einmal einen Überblick dazu verschaffen bietet sich dazu der Ratgeber zu Stimme und Stimmhygiene an.

Abgrenzung der Stimmtherapie und dem Stimmtraining zur Sprachförderung


Bei der Stimmtherapie geht es um die Wiedererlangung der Funktionen der Stimme und den richtigen Umgang mit ihr. Damit die Stimme entsteht müssen sich zunächst die biologischen Voraussetzungen dazu entwickeln. Sobald diese gegeben sind, sind Kinder in der Lage das Sprechen zu erlernen. Damit dies mit Freude einhergeht und abwechslungsreich gestaltet werden kann haben wir unterschiedliche Materialien zur Sprachförderung. Bereits kleine Kinder können so auf spielerische Art und Weise in ihrer Entwicklung unterstützt werden. Auch lassen sie sich mit der Stimmtherapie zusammen kombinieren.