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Geistige Behinderung

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Was wird unter einer geistigen Behinderung verstanden?


Bei einer geistigen Behinderung sind die Fähigkeiten deutlich verringert, um komplexe oder neue Informationen verstehen zu können. Ebenso beeinträchtigt ist das Erlernen und Anwenden neuer Fähigkeiten. Ein unabhängiges Leben zu führen ist dadurch eingeschränkt. Eine geistige Behinderung beginnt im Kindesalter und wirkt sich dauerhaft auf die weitere Entwicklung aus. Die Erscheinungsformen und Ausprägungsgrade der intellektuellen Beeinträchtigungen sind sehr unterschiedlich. Damit sind ebenfalls die Fähigkeiten eingeschränkt, um die alltäglichen Anforderungen des Lebens zu bewältigen. Eine geistige Behinderung wird nach ihrem Schweregrad unterteilt in:

  • Leichte geistige Behinderung
  • Mittlere geistige Behinderung
  • Schwere geistige Behinderung und
  • Schwerste geistige Behinderung.

Durch eine dauerhafte oder tiefgreifende Beeinträchtigung ist es dem Menschen nicht mehr möglich, vollständig am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Die geistige Behinderung ist zudem ein komplexes Zusammenspiel aus der gegenseitigen Beeinflussung der seelischen Entwicklung, der Lernfähigkeit und einzelner psychischer Funktionen. Durch die große Variation möglicher Erscheinungsformen und Schweregrade, gibt es nicht genau die typischen Merkmale. Dennoch lassen sich einige häufig beobachten. Einige sollen im Folgenden beispielhaft genannt werden:

  • Als zentrales Leitsymptom eine verminderte Intelligenz
  • Sehr geringes Lerntempo
  • Emotionale, motorische und sprachliche Einschränkungen
  • Eingeschränkte soziale Fähigkeiten
  • Probleme neue Situationen zu bewältigen
  • Eingeschränkte Fähigkeiten Aufgaben selbstständig zu gliedern
  • Geringe Spontaneität
  • Besondere Erziehungsansprüche
  • Merklicher Förderbedarf in der kognitiven Entwicklung

Diese Aufzählung ist keinesfalls vollständig. Zum Thema geistige Behinderung haben wir unsere Produkte in folgende Bereiche unterteilt:

  • Down-Syndrom, Trisomie 21
  • Ratgeber geistige Behinderung
  • Spiele für geistige Behinderung
  • Übungsmaterial bei geistiger Behinderung

Ursachen einer geistigen Behinderung sind verschieden


Die Beeinträchtigung der Behinderung ist auch davon abhängig, inwieweit die bestehenden Rahmenbedingungen eine vollständige Beteiligung am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Die Ursachen für eine geistige Behinderung sind verschieden. Beim Down-Syndrom beispielsweise liegt eine frühe Störung der Zellteilung des Fötus zugrunde.

Als Ursprung liegen in der Regel meist mehr oder weniger diagnostizierbare organische Ursachen vor. Diese sind oftmals vor, während oder nach der Geburt entstanden. Für betroffene Eltern ist die Geburt eines geistig behinderten Kindes eine enorme psychische Belastung. Doch auch wenn sie sich erst während der Entwicklung zeigt, ist sie genauso groß. Zudem lässt sich bei der Diagnose oft keine Vorhersage treffen, welche Fähigkeiten das Kind entwickeln wird.

Bei den geistigen Behinderungen handelt es sich in 85% um eine leichte geistige Behinderung. Mit der passenden Unterstützung und Förderung können diese Kinder schulische und berufliche Fähigkeiten erwerben und entsprechend am sozialen Leben teilnehmen.

Fördermaßnahmen und Unterstützung für die Teilhabe am sozialen Leben


Es ist klar, dass eine geistige Behinderung erhebliche Beeinträchtigungen im Lernen mit sich bringt. Bereits im frühkindlichen Alter zeigen sich deutliche Entwicklungsverzögerungen. Diese betreffen alle Bereiche des Lebens, die zu erlernen sind. Insbesondere betroffen sind dabei die Wahrnehmung und die Sprachentwicklung. Fast alle Lernprozesse laufen deutlich verlangsamt ab. Viele Menschen mit einer geistigen Behinderung entwickeln zudem begleitende Störungen. Deshalb ist es sinnvoll entsprechende Fördermaßnahmen früh zu beginnen, um die Folgen der Behinderung zu verringern.

Im Rahmen seiner Möglichkeiten ist jedes Kind dazu in der Lage, Fertigkeiten und Fähigkeiten zu entwickeln, die ihm so weit wie möglich die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erlauben. Unterstützungsangebote erhalten die Betroffenen durch ambulante Dienste oder Frühförderstellen. Für Kinder im Vorschul- und Schulalter gibt es entsprechende Einrichtungen mit integrativen Gruppen oder Kleingruppen speziellen Einrichtungen. Die Erziehung und Bildung von Menschen mit besonderem Förderbedarf gehört zur Heil- und Sonderpädagogik. Menschen mit einer geistigen Behinderung haben einen umfänglichen individuellen Förderbedarf. Die eigene Lebensführung gelingt oftmals nur mit entsprechender Hilfe, weshalb umfassende Unterstützung vonnöten ist.

Bei der überwiegenden Mehrheit der Menschen mit einer geistigen Behinderung besteht zudem ein weiterer Förderbedarf beispielsweise im Bereich der Sprache, der visuellen und auditiven Wahrnehmung oder der Motorik. Werden ihre besonderen Bedürfnisse hinsichtlich der Erziehung und Unterstützung berücksichtigt, sind sie lernfreudig und wissbegierig. Trotz oder gerade wegen ihrer Beeinträchtigungen ist es eine zentrale Aufgabe der Sonderpädagogik, sie zu einem selbstbestimmten Leben und zur gesellschaftlichen Teilhabe zu befähigen. Dazu ist es erforderlich die individuellen Lernmöglichkeiten des Kindes herauszufinden. Dann kann die passende Gestaltung seiner Lebensumwelt sein Lernen und seine Bildung unterstützen.

Menschen mit geistiger Behinderung haben andere Bedürfnisse und Wünsche


Auch Menschen mit einer geistigen Behinderung wollen wie die Altersgenossen spielen. Ihre Möglichkeiten dazu sind allerdings begrenzt. Für sie ist die Beschäftigung von besonderer Bedeutung. Mit ihr lassen sich Körper und Geist trainieren und fördern. Jedoch ist bei ihnen die Spielauswahl eine andere, denn ihre Bedürfnisse und Wünsche sind ebenfalls anders.Es wird zwischen zweckgerichtetem und zweckfreiem Spiel unterschieden. Bei dem zweckgerichteten Spiel stehen die Förderung und Entwicklung einer Person im Fokus. Bei dem zweckfreien Spiel handelt es sich um die freiwillige Beschäftigung. Das zweckfreie Spiel bieten genügend Raum, um sich selbst und die Welt zu entdecken. Dabei finden Lernprozesse ebenfalls statt, jedoch sind sie frei und ohne ein bestimmtes Ziel.

Menschen mit einer geistigen Behinderung haben zudem Probleme zu ihren Mitmenschen soziale Beziehung aufzubauen und auszubauen. Dennoch zeigt sich, dass der Wunsch zum Spielen sowie mit der Umwelt in Kontakt zu treten und diese zu erkunden, immer vorhanden ist. Wird dieses Bedürfnis durch Spiele unterstützt, so sieht man die Kinder aufblühen. Zudem machen sie dann Fortschritte in ihrer Entwicklung. Daneben sind Phasen der Ruhe und Entspannung ebenfalls wichtig. Die Ziele der Erziehung sind bei Menschen mit einer geistigen Behinderung vom Alter und den individuellen Entwicklungsvoraussetzungen sowie den erzieherischen Erfordernissen abhängig. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sie:

  • Verlangsamt in Denkprozessen sind
  • Mehr Zeit zum Antworten benötigen
  • Sich nur kurzzeitig konzentrieren können
  • Handlungspläne schwer erarbeiten und einhalten können
  • Fehler kaum bemerken
  • Informationen langsamer behalten und abrufen
  • Schneller wieder vergessen
  • Dinge häufiger wiederholt werden müssen
  • Anschauliche, konkrete Begriffe besser in Erinnerung behalten
  • Sich besser erinnern können, wenn verschiedene Sinneskanäle zur Inhaltsvermittlung genutzt werden.
  • Auf Imitationen gut ansprechen
  • Auf nonverbale Kommunikation stärker reagieren

Da es Vordergründig darum geht, ihnen ein größtmöglich selbstständiges Leben mit Unterstützung der Familie zu ermöglichen, werden insbesondere verschiedene Lebensfertigkeiten gefördert. Dazu zählen beispielsweise:

  • Die persönliche Pflege, wie An- und Ausziehen
  • Die Hausarbeiten im Haushalt
  • Die sozialen Umgangsformen
  • Das körperliche Geschick
  • Die musikalischen Fähigkeiten und Handfertigkeiten
  • Die Kommunikation
  • Die kognitiven Fähigkeiten
  • Die Arbeits- und Berufsvorbereitung

Weiterhin wird das Lebenszutrauen erhöht. Die Menschen sollen sich freuen können, denn dies erzeugt ein Gefühl der Daseinsbereicherung. Ebenso gehört die Förderung der Lebensorientierung dazu.

Abgrenzung zu den Lernschwächen


Eine geistige Behinderung ist nicht zu verwechseln mit einer Lernschwäche. Während bei der geistigen Behinderung die verminderte Intelligenz ein zentrales Leitsymptom ist, so zeigen Menschen mit einer Lernschwäche eine normale Intelligenz auf. Bei ihnen bestehen die Schwierigkeiten im Lernen selbst.