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Pertra Fördermaterial


Der erste Pertra-Spielsatz wurde 1972/73 entwickelt. Die Basis bilden die Arbeiten von Marianne Frostig. Hauptziel der Pertra-Fördermaterialien sind die Förderung der kindlichen Entwicklung sowie der Erhalt von kognitiven Funktionen im Alter.
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Vom Pertra-Spielsatz zum Pertra-Fördermaterial


Der Pertra-Spielsatz wurde immer wieder weiterentwickelt. Der Ergotherapeut Günter Sander achtete darauf, dass die Bauteile der Koffer zusammenpassten. Aus diesem Grund wurde er schließlich umbenannt in das Pertra-Fördermaterial. Pertra steht für Perzeptions-Training. Ausgangspunkt bildete die educational therapy von Frostig. Dabei handelt es sich um eine kindgerechte therapeutische und pädagogische Methode. Sie wird zur Diagnostik und Behandlung von Wahrnehmungsstörungen eingesetzt.

Die Pertra-Fördermaterialien dienen der betätigungsorientierten Förderung. Die Annahmen von Frostig wurden im Laufe der Zeit durch neue Erkenntnisse ersetzt oder um diese erweitert. Weltweit wird das Material unterstützend in der therapeutischen und pädagogischen Arbeit verwendet. So erhielt der Pertra-Satz die internationale höchste Auszeichnung für sinnvolles Therapiematerial.

Beispielsweise lässt sich die Bildung spezifischer und unspezifischer Vorläuferfähigkeiten fördern. Sie werden für das Schreiben, das Lesen oder das Rechnen benötigt. In gleicher Weise werden Alltagsfähigkeiten erweitert.

Pertra-Fördermaterial – die Material-Koffer und die Förderschwerpunkte


Die Anwendung des Pertra-Fördermaterials umfasst folgende Bereiche:

  • Teilleistungsstörungen, umschriebene Entwicklungsstörungen:

    • Umschriebene Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeit
    • Umschriebene Entwicklungsstörung der motorischen Funktionen
    • Intelligenzminderung
    • Andere Entwicklungsstörungen
    • Nicht näher bezeichnete Entwicklungsstörungen


  • Motorisch-neurologische Störungen:

    • Motorisch-funktionelle Störungen
    • Erkrankungen des Nervensystems
    • Schädigung des zentralen Nervensystems
    • Erkrankung peripherer Nerven

Die visuelle Wahrnehmung gehört zu den grundlegenden Fähigkeiten. Ihr kommt eine besondere Rolle zu bei den umschriebenen Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten. Folgende Fähigkeiten und Entwicklungsbereiche unterstützt das Pertra-Fördermaterial:

  • Die Kognition wie Gedächtnisleistung, deduktiven und induktives Denken
  • Die Visuelle Wahrnehmung sowie die Wahrnehmungsverarbeitung bezüglich schulischer Fertigkeiten
  • Die Handgeschicklichkeit bzw. Sensomotorik
  • Die Grafomotorik
  • Die Mathematik
  • Die Demenz
  • Sprache bzw. Begriffsbildung

Des Weiteren eignet sich das Material für den mobilen Einsatz. Dank der Koffer kann jederzeit darauf zugegriffen werden. Insgesamt gibt es sieben Koffer. Jeder Koffer beinhaltet einen Themen-Schwerpunkt. Diese sind:

Koffer 1: Konstruktion: wesentliche Voraussetzung zu grafomotorischen Leistungen
Koffer 2: Klassifikation: Gegenstände nach Merkmalen ordnen
Koffer 3: Relation: Raumrelation, Raumorientierung, Raumlage und Figuren-Beziehung
Koffer 4: Diskrimination: Unterscheidungsleistung bezogen auf Auseinanderhalten von Reiz-Mustern
Koffer 5: Graphomotorik: Grundlage für Schrift
Koffer 6: Mathematik: Vorläuferfähigkeiten
Koffer 7: Handgeschicklichkeit

Darüber hinaus sind die Inhalte der Koffer miteinander kombinierbar. Bei dem Pertra-Fördermaterial handelt es sich um neutrales Material. Deshalb kann es mit verschiedenen theoretischen Ansätzen verbunden werden. Selbst die Montessori-Pädagogik kann teilweise umgesetzt werden. Der passende Rollwagen erfüllt gleich zwei wichtige Funktionen. Zum einen dient er der platzsparenden Aufbewahrung der Koffer. Zum anderen ist er flexibel und mobil zugleich, so dass die Materialien bequem von Raum zu Raum transportiert werden können, eben dorthin wo sie benötigt werden. Das Grundbrett gibt es in zwei Ausführungen: Standard und Handgeschicklichkeit und Mathematik. Bei dem Standard-Grundbrett steht die Zentrierung der Aufmerksamkeit im Mittelpunkt. Demgegenüber dient das Brett Handgeschicklichkeit und Mathematik für Erfahrungen im Dezimalzahlensystem.

Kindliche Entwicklung betätigungsorientiert fördern


Die verschiedenen Entwicklungsbereiche werden betätigungsorientiert in handelnder Auseinandersetzung gefördert. Wenn zudem die humanistische Haltung des Frostig-Konzepts mit eingenommen, so werden die sozialen und emotionalen Fähigkeiten durch die Interaktion mit gefördert. Ebenso lassen sich Kreativität und Fantasie fördern. Effektiv lässt sich das Material in der Rehabilitation von Erwachsenen und in der Arbeit mit Kindern einsetzen. Deshalb eignet es sich sehr gut für spezielle Fördereinrichtungen sowie für therapeutische Einrichtungen. In gängigen Therapiekonzepten und auf der Handlungsebene kommt das Pertra-Fördermaterial ergänzend zum Einsatz.

Das Pertra-Fördermaterial wird in der Therapie und der Pädagogik zur Umsetzung des Konzepts von Frostig genutzt. Im Spiel wird die kindliche Entwicklung angeregt. Das Spiel dient der Selbsterfahrung, dem Erleben und Erkennen von Zusammenhängen sowie dem Herstellen von Beziehungen zu der Umwelt. Durch die dabei gesammelten Erfahrungen werden weitere Entwicklungsschritte in Gang gesetzt. Bei der kindlichen Entwicklung durch das Spiel fließen folgende Aspekte mit ein: die individuell gesammelten Erfahrungen des Kindes, seine Unterstützung durch Eltern und Bezugspersonen sowie das Vorhandensein von geeignetem Spielmaterial. Dabei durchlaufen die Kinder verschiedene Spielformen:

  • Das Funktionsspiel
  • Das Symbolspiel
  • Das Konstruktionsspiel
  • Das Rollenspiel
  • Das Regelspiel

Mit dem Pertra-Fördermaterial können Kinder im Alter von 6 Monaten bis ins 12. Lebensjahr hinein begleitet werden. Die Unterstützung mit dem Material gelingt in allen Entwicklungsbereichen. Dennoch ersetzen sie natürlich keinen Therapeuten. Nur in Verbindung mit einem geschulten Pädagogen oder Therapeuten kann das Material in vollem Umfang genutzt werden. Bei Frostig wird das Kind dabei aus der ganzheitlichen Sicht betrachtet. Des Weiteren kann das Material als kreatives Spielmaterial Verwendung finden. Darüber hinaus wird es bei der freien Beobachtung mit eingesetzt.

Frühförderung ab Babyalter zur Unterstützung der Entwicklung


Die kindliche Entwicklung durchläuft verschiedene Phasen oder auch Entwicklungsstufen genannt. Auf den abgeschlossenen Stufen basieren die nachfolgenden Entwicklungsschritte. Gelingt ein Entwicklungsschritt nicht oder nur unzureichend, kann eine unterstützende Maßnahme hilfreich sein. Weiteres die Entwicklung anregendes Material finden Sie beispielsweise unter Frühförderung ab Babyalter. Hier ist die Auswahl passend für die Kleinsten zusammengestellt.