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Montessori Kosmische Erziehung

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Dr. Maria Montessori war mit dem Konzept der Kosmischen Erziehung ihrer Zeit in vielerlei Hinsicht voraus. Was sie Ende des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts mit ihrer Arbeit anstrebte, ist heute von aktuellerer Bedeutung denn je. Setzt man sich mit den Zielen und dem Hintergrund der Montessori Pädagogik auseinander und betrachtet parallel dazu, wohin die Ausbeutung der Umwelt seit damals geführt hat, kommt es einem geradezu tragisch vor, dass Dr. Montessori nicht das nötige Gehör fand. Obwohl ihre Geschichte zweifellos als Erfolgsgeschichte zu betrachten ist (auf der ganzen Welt gibt es Schulen und andere Einrichtungen, die der Montessori Pädagogik folgen), sind ihre Erkenntnisse, Gedanken und Methoden immer noch viel zu wenig aufgegriffen worden.... ▶ zum Ratgeber Montessori Kosmische Erziehung

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Von vielen missverstanden: die Kosmische Erziehung Montessoris

Dies hat sicher auch mit Vorurteilen zu tun, die Maria Montessoris Arbeit entgegengebracht wurden. Und mit Missverständnissen: Kosmische Erziehung klingt in den Ohren mancher Menschen esoterisch, im Sinne von abgehoben und nicht auf dem Fundament der wissenschaftlich anerkannten Wirklichkeit ruhend. Aber nichts ist unzutreffender als das: Dr. Montessori war Ärztin und dachte äußerst wissenschaftlich. Sie hing Darwins Evolutionstheorie und auch der naturwissenschaftlichen Sicht auf die Entstehung des Sonnensystems und der Erde an. Sie war also nicht nur auf pädagogischem Gebiet eine aufgeklärte, progressive und mutige Denkerin. Denn nicht nur in Italien, ihrer Heimat, wurden Menschen, die eine naturwissenschaftliche Sicht auf die Entstehung der Erde und der Arten vertraten, seitens gläubiger Kreise als Gotteslästerer gebrandmarkt.

Gemäß ihrer wissenschaftlichen Denkweise betrachtete sie den Menschen nicht als Herrn sondern als Teil der Schöpfung. Sie erkannte den wechselseitigen Einfluss zwischen den Arten (auch dem Menschen) und der Umwelt. Das ist der Kerngedanke der Ökologie. Sie war sich damals schon der gegenseitigen Abhängigkeiten innerhalb des Gesamtsystems, in welchem alles zusammenhängt, bewusst. Philosophie und Ziele der Kosmischen Erziehung sind unmittelbar mit dieser Perspektive verknüpft.

Kosmische Erziehung als Mittelpunkt der Montessori Pädagogik

Auch schon zu Maria Montessoris Zeit fand Umweltzerstörung in beträchtlichem Maße statt. Trotzdem kann man kaum genug anerkennen, mit welcher Weitsichtigkeit sie damals schon erkannte, dass ein Umdenken nötig war. Dennoch wurde Dr. Montessori keine Ikone der Umweltbewegung. Ihr Name steht heute stattdessen für Reformpädagogik. Dies ist keineswegs rätselhaft sondern ergibt durchaus Sinn. Sie stellte den Kampf gegen die Umweltzerstörung nicht in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Vielmehr war ihr die Entwicklung hin zu einer Menschheit, die ihre großartigen Möglichkeiten ausbaut und verantwortungsbewusst, konstruktiv und in Harmonie mit der Umwelt einsetzt, ein generelles, nicht nur dem Erhalt der Umwelt dienendes Anliegen. Sie betrachtete die Pädagogik als das vielversprechendste Instrument, um ein gesellschaftliches Umdenken herbeizuführen. Denn die Kinder sind es, die in der Zukunft die Welt gestalten. Ihnen sollte deswegen geholfen werden, ihren Platz im Kosmos und ihre Verantwortung für ihre Umwelt zu begreifen.

Montessoris Kosmische Erziehung - die Welt in der wir leben

Mit dem Kosmos, wie Montessori den Begriff verwendet, ist die ganze Welt gemeint, in der wir leben: das Universum, unser Planet Erde, Sonne, Mond, Licht, Tag, Nacht, Luft, Wasser, Feuer, Pflanzen, Tiere und selbstverständlich wir Menschen mit unserer Biologie, Kultur und Geschichte. Nach Montessoris Ansicht ist es von entscheidender Wichtigkeit, ein tiefes Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass alles ineinander greift und auch der Mensch nicht mehr als nur einen Teil des Ganzen darstellt.

Erziehung sollte Kinder zur Einsicht und dem Gefühl hinführen, dass in der Welt alles zusammenhängt, voneinander abhängig und aufeinander angewiesen ist, dass Kosmos Ordnung, Harmonie und Schönheit bedeutet. Erst dieses auf eigener Erfahrung fußende Empfinden ist nach Montessoris Überzeugung in der Lage, das menschliche Denken und Verhalten tiefgreifend und positiv zu verändern.

Als sehr wichtig betrachtete es Maria Montessori, Kindern dazu zu verhelfen, dass sie sich von diesen Zusammenhängen eine eigene Vorstellung machen können, anstatt nur die Vorstellung anderer zu übernehmen, denn ihres Erachtens sind selbst gebildete Vorstellungen von besonderem und nachhaltigem Einfluss auf Moral und Werte eines Menschen.

Didaktische und methodische Aspekte der Kosmischen Erziehung

In der Kosmischen Erziehung leistet die Lehrkraft Hilfestellung. Das Kind wählt durch sein individuelles Interesse den Weg, dem sein Forschergeist folgen möchte. Die Materialien dafür sollen ihm zur Verfügung gestellt werden. Und doch ist die Rolle der Lehrkraft weniger passiv, als es scheint. Denn Interesse muss bisweilen auch geweckt werden. Und Kinder können darüber hinaus im Detail und methodisch bei ihrer Forschung unterstützt werden. Ein sinnvolles Maß an Anleitung kann und soll ihnen helfen. Sie müssen nicht jede Kleinigkeit selbst herausfinden. Wichtiger ist, dass sie sich eigenmotiviert mit den gewählten Bereichen auseinandersetzen und übergreifende Zusammenhänge herstellen. Dafür dient vor allem die Freiarbeit. Typische Themenbereiche dafür sind beispielsweise:

  • die Geschichte des Universums
  • die Zeit
  • Biologie
  • Geographie

Es gibt also große Nähe und Überschneidungen mit den Naturwissenschaften. Lange wurden diese für kleinere Kinder als zu schwer erachtet. Dr. Montessori widersprach dieser Sicht. Sie fand, man müsse sich vielmehr die Mühe machen, naturwissenschaftliche Inhalte für Kinder geeignet zu präsentieren. Sie entwarf Lernmaterial, das eben auch anspruchsvolleren Unterrichtsstoff sinnlich erfahrbar machen sollte. Es ging ihr darum, die spezielle Neugier kleinerer Kinder, die auf die eigene und die Herkunft der Welt gerichtet ist, zu nutzen.

Das Schwarze Band zum Beispiel ist fünfzig Meter lang. Man stelle sich vor, wie es von den Kindern einer Schulklasse über den ganzen Klassenraum verteilt in den Händen gehalten wird. Es steht für die Entstehungsgeschichte der Erde. Jeder Zentimeter entspricht einer Million Jahre, und nur der letzte Zentimeter enthält die Entwicklungsgeschichte des Menschen. So haben die Kinder die Chance, sich eine Vorstellung zu bilden, wie diese ansonsten so schwer fassbaren Zeiträume zueinander im Verhältnis stehen.

Beim Thema Schöpfungsgeschichte - das naturwissenschaftliche Konzept ist gemeint - werden Kinder zu Experimenten angeregt, bei denen natürliches Material und die Elemente im Mittelpunkt stehen. Aggregatszustände, Hitze, Kälte, Schwerkraft werden betrachtet und Stoffe miteinander vermengt. Die Kinder sehen, hören, fühlen und riechen sogar, was vor sich geht. Sie bekommen dadurch die Möglichkeit, sich eine Vorstellung von natürlichen Entstehungsprozessen zu machen.

Da es bei Montessoris Kosmischer Erziehung um die Entwicklung eines Empfindens für die ganze Welt und den eigenen Platz darin geht, enthält unser Sortiment in der Hauptsache Materialien zur Zeit, zum Sonnensystem, den Planeten und zur Entstehungsgeschichte der Welt. Sie finden dazu entsprechendes Experimentiermaterial, Spiele und Bücher. Stöbern Sie in aller Ruhe - da gibt es viel zu entdecken. Da die Mainstreampädagogik inzwischen so manche Idee Montessoris übernommen hat, könnten Sie womöglich auch bei der Biologie, Geografie oder Astronomie oder unter Evolution & Dinosaurier fündig werden. Gutes Ergänzungsmaterial finden Sie dort in jedem Fall.