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Weiterlesen »Myofunktionelle Therapie
Therapiematerial zur Behandlung myofunktioneller Störungen. Die myofunktionelle Therapie beschreibt die Behandlung funktioneller Störungen der Mundmotorik und Störungen des muskulären Gleichgewichtes im Mundbereich. Betroffen sind die primären oralen Funktionen Atmen, Saugen, Kauen und Schlucken sowie die sekundären Funktionen Sprechen und Phonation, also Atmung, Nahrungsaufnahme und sprechmotorische Abläufe. ... ▶ WeiterlesenMyofunktionelle Störungen bei Kindern und Erwachsenen
Funktionelle orofaziale Störungen betreffen das muskuläre Gleichgewicht und die Steuerung von Wangen-, Lippen- und Zungenmuskulatur. Falsche Bewegungsmuster von Zunge und Lippen beim Schlucken und Artikulieren können zu Schluck- oder Artikulationsstörungen beitragen, etwa Lispeln. Therapeutisch bearbeitet werden u. a. Mundatmung, unphysiologische Zungenruhelage, unphysiologisches Schlucken, Zungenpressen, Fingerlutschen, Nuckeln, Lippenpressen, Lippensaugen und Lippenbeißen. Myofunktionelle Störungen bei Kindern können u. a. im Rahmen des Down-Syndroms oder bei Lippen-Kiefer-Gaumen-Segel-Fehlbildungen auftreten.
Für Fachkräfte in Logopädie, Kieferorthopädie, Schule und Klinik bietet die myofunktionelle Therapie strukturierte Ansätze, um Mundmotorik, Nasenatmung, Zungenruhelage und Schluckmuster aufzubauen. Passende Materialien finden Sie in dieser Kategorie sowie in der übergeordneten Rubrik Mund, Schlucken & Myofunktion.
Myofunktionelle Therapie zur Behandlung von Störungen der Mundmotorik
Die myofunktionelle Therapie (MFT) wird interdisziplinär angeboten. Ärzt:innen (z. B. HNO, Zahn- und Kieferorthopädie, Neurologie) und Physiotherapie arbeiten mit Logopäd:innen zusammen, um abgestimmt vorzugehen. Eine frühzeitige Therapie je nach Indikation kann Folgebeschwerden vorbeugen.
Nicht behandelte kindliche Störungen können sich ins Erwachsenenalter fortsetzen; myofunktionelle Störungen können aber auch erst bei Erwachsenen auftreten, etwa im Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen (z. B. Schädel-Hirn-Trauma) oder durch langwirkende Faktoren wie unphysiologische Kopf- und Körperhaltung, eingeschränkte Nasenatmung (z. B. Allergien), lang anhaltende Lutschgewohnheiten oder Zähneknirschen.
Zentrale Therapieziele der myofunktionellen Therapie sind:
- Aufbau einer stabilen Zungenruhelage und funktionellen Nasenatmung
- Verbesserung von Lippenkraft, -schluss und Wangenmuskulatur
- Ökonomisierung von Kau- und Schluckmustern sowie Reduktion kompensatorischer Muster
- Unterstützung der sprechmotorischen Präzision und Artikulation
Fachkräfte in Kita, Schule, Förderschule, Praxis und Klinik integrieren Übungen in kurze, wiederkehrende Einheiten und kombinieren sie mit Hausaufgabenfolgen, die Eltern bzw. Bezugspersonen anleiten.
Materialien zur Übung und Therapie der Mundmotorik
In der Stimmtherapie und in logopädischen Methoden setzen Fachkräfte Kauschläuche, Silikonschläuche und Saugschläuche ein. Beispiele sind die Padovan-Methode, die Lax Vox Methode und die Neurofunktionstherapie. Ergänzend unterstützen Saugtrainer und weitere Hilfsmittel die Zungen- und Mundmotorik. Pustegeräte oder Pustetiere sind kleine, motivierende Helfer, die insbesondere Kinder ansprechen. Unsere Stimmtherapieschläuche, Kauschläuche und Saugschläuche sind aus medizinischem Silikon und werden in Praxen und Krankenhäusern verwendet.
Für einen leichten, spielerischen Zugang bieten sich Materialien wie Pustelotto, wippende Pustetiere, pfeifende Lippen, Papierrollzungen und Vogel-Wasserpfeifen an. Sie bringen Abwechslung in die Therapie und unterstützen das regelmäßige Üben. Fachkräfte in Einrichtungen kombinieren Diagnostik- und Trainingsmaterialien, um individuelle Förderpläne in Unterricht, Lernwerkstatt oder Therapiegruppe umzusetzen, z. B. mit Spiegeln zur optischen Rückmeldung, Übungskarten, Trinkbechern, Schläuchen und einfachen Biofeedback-Elementen.
Trinkbecher zur myofunktionellen Therapie von Trinkstörungen
Zur Therapie von Trinkstörungen eignet sich der Dr. Berndsen LoopCup. Der Becher lässt sich hinter den Lippen fixieren; die Loop-Lasche am Trinkrand verhindert ein Abrutschen. Ein Vorschub der Zunge unter den Becherrand wird verhindert, und die Flüssigkeit läuft beim Trinken nicht aus dem Mund. Der Becher unterstützt eine gerade Kopfhaltung beim Trinken und stimuliert die Lippenaktivität. Der spezielle Trink-Lernbecher ist auch für Kleinkinder geeignet.
Einsatz in Kita, Schule und Therapie
Fachkräfte in Kitas, Grundschulen, Förderschulen, Logopädiepraxen und Kliniken setzen Materialien der myofunktionellen Therapie alltagsnah ein. Kurze, klar strukturierte Übungssequenzen lassen sich als Rituale vor dem Unterricht, in Kleingruppen oder im Einzelformat umsetzen. Aus hygienischen Gründen erhalten Kinder, Jugendliche und Erwachsene individuell zugeordnete Mundstücke, Schläuche und Trinkhilfen.
- Unterricht und Ganztag: Stationenarbeit mit Mundmotorik-Übungen, Atemspielen und einfacher auditiver Rückmeldung
- Therapie: Aufbauprogramme mit Progression von Grob- zu Feinmotorik und dokumentierter Zielüberprüfung
- Elternarbeit: Kurzanleitungen für häusliche Übungsphasen mit eindeutigen Wiederholungszahlen und Pausen
- Kooperation: Abstimmung zwischen Logopädie, Kieferorthopädie, HNO und Schule zur Sicherung der Transferleistung
Benachbarte Themen finden Sie in Orofasziale Dysfunktionen & Mundmotorik sowie bei Schluckstörungen & Dysphagie. Zur Übersicht gelangen Sie über die Kategorie Mund, Schlucken & Myofunktion oder direkt hier in Myofunktionelle Therapie.
Häufige Fragen zu Myofunktioneller Therapie
Was ist myofunktionelle Therapie?
Myofunktionelle Therapie ist ein Therapiekonzept zur Behandlung funktioneller Störungen der Lippen-, Wangen- und Zungenmuskulatur sowie von Kau- und Schluckmustern.
Ab welchem Alter eignet sich myofunktionelle Therapie?
Myofunktionelle Therapie wird bei entsprechender Indikation vom Vorschulalter bis ins Erwachsenenalter eingesetzt. Der Startzeitpunkt richtet sich nach Diagnostik und Belastbarkeit; bei deutlichen Befunden können Vorstufen der Übungen bereits im Kleinkindalter angebahnt werden.
Wer führt myofunktionelle Therapie durch?
Myofunktionelle Therapie wird in der Regel von Logopäd:innen und Sprachtherapeut:innen durchgeführt und interdisziplinär mit Kieferorthopädie, HNO und Neurologie abgestimmt. In Schulen und Kitas setzen pädagogische Fachkräfte nach Anleitung alltagsintegrierte Übungen um.
Welche Materialien braucht eine Einrichtung für eine Gruppe oder Klasse?
Für Gruppenarbeit in Schule, Ganztag oder Therapie eignen sich Pustegeräte, Kauschläuche, Saugtrainer, Spiegel, Übungskarten und ggf. Trinkbecher. Aus Hygienegründen sollte jede teilnehmende Person ein eigenes Mundstück bzw. einen eigenen Schlauch nutzen; visuelle Feedbackhilfen können gruppenweit geteilt werden.
Worin unterscheidet sich myofunktionelle Therapie von orofazialer Therapie oder Neurofunktionstherapie?
Der Begriff orofaziale Therapie beschreibt übergreifend die Behandlung von Funktionen im Mund- und Gesichtsbereich; myofunktionelle Therapie fokussiert besonders auf Muskelbalance, Zungenruhelage und Schlucken. Neurofunktionstherapie bezeichnet spezifische methodische Ansätze innerhalb dieses Spektrums.
Wie lassen sich Materialien in Kita und Schule sinnvoll einsetzen?
Materialien der myofunktionellen Therapie werden in kurzen, regelmäßigen Sequenzen ritualisiert eingesetzt und mit klaren Übungszielen kombiniert. Geeignet sind Stationen mit Atem- und Mundmotorikaufgaben, die sich in Unterricht, Lernwerkstatt oder Förderstunden integrieren lassen.
tuboTANDI Saugschlauch aus Silikon No. 0,5
Inhalt: 5 2,09 €* /
Myotopia - Spielesammlung für Mundmotorik und die myofunktionelle Therapie, 4-9 Jahre
MFT 4-8 sTArs - Heft 2, Mukis Schluckspaßspiele für 4- bis 8-Jährige, Broschüre
MFT 4-8 Stars - Heft 3, Mukis Sprechspaßspiele für 4 bis 8-Jährige, Broschüre